der Essigsäure.
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Dichloressigsäure J CHC1 2 -C0 2 H ist im Gegensatz zur einfachcnlorirten Säure bei gewöhnlicher Temperatur hüssig; sie siedet bei189—101° und besitzt bei 15° das spec. Gew. 1-522. Zur Darstellungwird am besten ihre sehr merkwürdige Bildung 2 bei der Einwirkungvon Cyankaliuni (bezw. Ferrocyankalium) auf Chloral CCl g -CHO benutzt;man kann sich vorstellen, dass in dieser eigentümlichen Reaction, dieunter stromweiser Entwickelung von Blausäure verläuft, die eine Hälftedes Chloralmolecüls — die Aldehydgruppe — durch den Sauerstoff einesWassermolecüls zur Carboxylgruppe oxydirt wird, während gleichzeitig•ler Wasserstoff aus der anderen Hälfte ein Chloratom eliminirt:
KCN +
CCl s -COHH.-O
HCN + KCl + CHCVCO.H.
Trichloressigsäure 8 CC1 3 -C0 2 H bildet rhomboödrische, zerfliess-
Hche Krystalle, schmilzt bei 52° und siedet bei 195°. Sie kann sehrbequem durch Oxydation von Chloral mit Salpetersäure gewonnen wer-ben. Sie zerfällt sehr leicht — schon heim Kochen der wässrigen Lösungin Chloroform und Kohlensäure (vgl. S. 68). Sie wirkt sehr starkätzend und findet als Aetzmittcl medicinische Verwendung. In Bezugllu t «Ire hypnotische Wirkung des Chlorais ist es von pharmakologischem■Interesse, dass die dem Chloral so nahestehende Trichloressigsäure keine"pur von schlafmachender Wirkung entfaltet.
Die Entdeckung der Trichloressigsäure durch Dumas war für die-Entwickelung der chemischen Theorien von grosser Bedeutung 4 . Diekrkenntniss, dass trotz der Substitution von Wasserstoff durch Chlor''''i' Charakter der Stammsubstanz im Wesentlichen nicht verändert war,
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4 Näheres vgl. in Lasenburg's Kntwickelungsgeschicbte der Chemie (Braun-*°Weig, 1887), S. 178 ff. — E. v. Metes, Geschichte der Chemie (Leipzig, 1889),S - 226 ff.