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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
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Graphische Darstellung von Raumformeln. Atommodelle.

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Zuvörderst möge hier eine einfache graphische Darstellungsweise derRaumformeln erklärt werden, die sich in der Folge mehrfach von Nutzenerweisen wird. Man construire sich am Modell das Molecül des AethansCH 3 -CH 3 , drehe die beiden Kohlenstoffatome um die sie verbindendeAxe so weit, dass immer je ein an das obere C-Atom gebundenes-H-Atom vertical über einem am unteren C-Atom haftenden H-Atomsteht, halte dies Modell so vor sich hin, dass je ein Wasserstoffatom-Paar links, eines rechts und eines hinter dem vertical gehaltenen Kohlen-stoffatompaar steht, und biege endlich die beiden hinten befindlichenWasserstoffatome derart nach vorn, dass das obere vertical über, dasuntere vertical unter dem Kohlenstoffatompaar sich befindet Durch■Projection des so gerichteten Modells auf das Papier erhält man die Figur:

II

II

II

II

H

II111 deren beiden Kreuzungspunkten die beiden Kohlenstoffatonie zu er-gänzen sind. Von diesem Schema kann man sich leicht die verschiedenenConiig ura tionsmöglichkeiten bei Substitutionsprodukten des Aethans ab-leiten und graphisch darstellen. Um sie rückwärts auf das Modell zuübertragen, braucht man sich nur daran zu erinnern, dass die in der^Jgur oben und unten geschriebenen Substituenten im Modell sich hinterdem Kohlenstoffatompaar befinden, wenn die links geschriebenen linksUll( l die rechts geschriebenen rechts davon stehen.

Wenn es sich nun um die Ableitung der Configurationsmöglichkeiten'"!• den Fall zweier gleichartig asymmetrischer und direct mit einanderVerbundener Kohlenstoffatome, d. h. also für eine Verbindung von dera %emeinen Formel:

2w ecke allen Anforderungen, sind aber für den Gebrauch des Einzelnen unnützgross und vor Allem viel zu kostspielig.

Billige Kohlenstoffmodelle sind von P. Friedi.aender aus Gummischläuclien^nstruirt worden fvgl. Ber. 23, 572 [1890]); sie sind für die Veranschaulichung ein-facher Verbindungen sehr bequem; in complicirteren Fällen, wo Einzelmodelle ingrösserer Zahl an einander gefügt werden müssen, sind indess die so entstehendenGebilde nicht stabil genug.

Auf Veranlassung von P. Jacobson (vgl. Cöthener Chem.-Ztg. 16, 1808 [1892])Werden neuerdings Modelle nach dem Princip der KEKULE'schen Modelle, aber ineinfacher Ausführungsform angefertigt Die Atome werden als Kugeln dargestellt,di e Valenzen durch cylindri.xche, zum Mittelpunkt gerichtete Bohrungen markirt. DurchB 'eistäbchen, die in diese Bohrungen hineinpassen, wird die Verbindung hergestellt.Infolge der Biegsamkeit dieser Stäbchen gelingt auch die Darstellung der mehrfachenBindungen und die Zusammenfügung von Ringsystemen ohne Schwierigkeit. DieFir »ia C. Desaga in Heidelberg liefert Kasten, welche eine genügende Zahl vonModellen und Stäbchen enthalten, zu dem Preise von 5 Mk.

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