höherwerthige Alkohole.
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In ihren äusseren Eigenschaften erinnern die höherwerthigen Al-kohole an die Zuckerarten; sie sind farblose, geruchlose, gut krystallisir-«are Verbindungen von süssem Geschmack, in Wasser leicht löslich( v gh S. 562—563), meist nicht unzersetzt flüchtig.
In ihrem chemischen Charakter dagegen weichen sie von den Zucker-arten erheblich ab; sie besitzen nicht das Eeductionsvermögen der^uckerarten gegen FEHLiNG'sche Lösung, auch nicht die Fähigkeit, durchWefe in Gährung versetzt zu werden. Vielmehr schliessen sie sich in'hrem chemischen Verhalten durchaus an das Glycerin an. Wie dieses,w erden sie durch Erwärmen mit Jodwasserstoff zu einem secundären■Jodalkyl reducirt (vgl. S. 146); es entsteht so aus Erythrit secund.■tJutyljodid, aus Mannit und den isomeren Alkoholen secund. normales■Hexyljodid. Diese Reaction ist wichtig für die Erkenntniss der Zu-^mmensetzung und der Structur der höheren Alkohole; die den Formeln
iHi 0 0 4 , C 6 H 12 0 6 etc. entsprechenden Procentzahlen für Kohlenstoff und>* asserstoff weisen so geringfügige Unterschi eile auf. dass die Elementar-an älyse nicht zwischen jenen Formeln entscheiden kann; die Eeductionllu t Jodwasserstoff führt nun zu einer Verbindung, deren Molecular-gewicht sich aus dem Jodgehalt und dem Siedepunkt sofort ergiebt, undUeren Structur leicht festgestellt werden kann. — Erhitzen mit concentrirter
älzsäure führt, wie beim Glycerin, zu theilweisem Ersatz der Hydroxyl-gruppen durch Chlor; mau erhält Chlorhydrine, wie C 4 H 6 (0H) 2 C1 2 . — Mit' :i1 petersäure liefern die höherwerthigen Alkohole Salpetersäureester,
eiche gleich dem Nitroglycerin durch heftige Explosivität ausgezeich-np t sind.
Ä\ir Aufsuchung der höherwerthigen Alkohole in natürlichen Produkten oder in
ac tionsgemischen erweisen sich häufig die acetalartigen Verbindungen 1 geeignet,
«eiche sie mit Aldehyden — namentlich Benzaldehyd C,H 5 -CHO — eingehen. Diese
Verbindungen, z. B. das Tribenzylideuacetal des Mannits C 6 H 8 (0 2 :CH-C 8 H 6 ) a , sind
Wasser unl('islieh, krystallisirbar, durch ihre Schmelzpunkte charakterisirt und
°'inen durch Erwärmen mit verdünnten Säuren wieder in den Aldehyd und den
enrwertliigen Alkohol gespalten werden. Sie bilden sieh sehr leicht schon bei ge-
onnlicher Temperatur, wenn man den Alkohol in Gegenwart von starker Salzsäure
' w Schwefelsäure mit dem Aldehyd digerirt.
Vier wer thige Alkohole.
Erythrit 8 C 4 H 10 O 4 = C 4 H 6 (OH) 4 (Erythroglucin, Phycit) ist 1848
*°n Stenhouse entdeckt. Der Erythritester einer aromatischen Säure (der
^•sellinsänre C 8 H 8 0 4 , vgl.Bd. II) — das Erythrin C 4 H 6 (OH) 2 (0-C 8 H 7 0 3 ) 2
findet sich in vielen Flechten, so in den lioccellaarten, welche zur
^ ' Mbttnieh, Ann. eh. [6] 22, 412 (1891). — BebtbAND, Bull. [3] 5, 554 (1891). —' Pischeb, Ber. 23, 8685 (1890); 24, 536 (1891). Ann. 270, 82, 99 (1892).
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a ° r - !7, 873 Anm. (1884). - Fitz. Her. 11, 1891(1878); 12, 475(1879).- PrzybtteK,