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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
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Höhere Perhalogenderivate.

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Perchloräthylen in Perchloräthan durch Einwirkung von Chlor im Sonnenlichte, Per-hromäthylen in Perbromäthan durch Erhitzen mit l?rom auf 100°. Perchlor-äthylen 1 C 2 C1 4 ist flüssig, siedet hei 121° und besitzt bei 9° das spec. Gew. 1-681.Perbromäthylen 2 CLBr 4 krystallisirt in Tafeln, riecht aromatisch und schmilzt bei5 3°; da es sich so leicht aus Perbromäthan bildet (vgl. S. 556), so erhält man es sehrhäufig als Produkt energischer Bromirungen.

Perchlorpropan 3 C,C1 9 ist aus Trichlorhydrin und aus lsobutylchlorid durchdurchgreifende Chlorirung erhalten worden; es stellt eine blättrige Krystallmasse dar,riecht campherähnlich, ist in Alkohol und Aether leicht löslich, schmilzt gegen 160°und siedet bei 268269°. Beim längeren Erhitzen auf 300° spaltet es sich in Per-chloräthylen C.X\ und Tetrachlormethau CC1 4 .

Das letzterwähnte Verhalten lässt schon für das Perchlorpropan eine Tendenzerkennen, in einfachere und augenscheinlich beständigere Pcrchlorderivate zu zer-fallen; es kann daher nicht befremden, dass es nicht gelungen ist, die Perchlorderi-vate der höheren Grubengas Homologen zu gewinnen. Man erhalt bei durchgreifen-der Chlorirung 4 (vgl. S. 129J auch aus den Verbindungen der höheren Reihen theilsdurch Spaltung die schon besprochenen einfacheren Perchlorderivate (CC1 4 , C 2 C1 0 ,C aCl 4 ), theils durch Condcnsation solche der aromatischen Kohlenwasserstoffe (C 8 C1, etc.).

Ein Perchlorderivat eines ungesättigten Kohlenwasserstoffs der 4. Reihe indesswi rd noch häufig bei energischen Chlorirungen erhalten. Es ist dies das Perchlor-Miesol'' C 4 Cl e , welches aus Alkohol in farblosen glänzenden Prismen krystallisirt, bei890 schmilzt und bei 283284° fast unzersetzt siedet. Man besitzt keine sicherenAnhaltspunkte zur Beurtheilung seiner Constitution; doch liegt es nahe, in Rücksichtau f die zu seiner Bildung bestehende Tendenz diesen Körper als analog constituirtau fcufassen wie den in pyrogenetischen Processen sich so häufig bildenden Kohlen-wasserstoff C 4 II 6 (das Divinyl, Erythren etc., vgl. S. 464465):

CC1 S :CC1-CC1:CC1,.

Die Reihe der den Paraffinen entsprechenden Perbromderivatc schlicsstschon mit dem Perbromäthan ab. Bei energischer Bromirung" zerfällt Propan in'''rbrommethan und Perbromäthan bezw. Perbromäthylen. Eine ungesättigte Broin-k °hlenstoffverbindung C e Br 8 ist durch Bromirung von llexyljodid (aus Mannit) er-halten; sie krystallisirt in wasserhellen Prismen, wird von alkoholischem Kali unterBildung von Bromkalium und huminartigen Substanzen zersetzt und spaltet sieh gegen2 °0°, ohne vorher zu schmelzen, in Brom und Perbrombenzol C 6 Br.

1 Fabaday, Ann. eh. [2] 18, 53 (1821). Reonaui/l\ Ann. 33, 325, 333 (1840). -Qetoher, Ann. 107, 212 (1858); 111, 175 (1858). Pkudiiommk, Ann. 156, 342(1870). - Schiff, Ann. 220, 97 (1883). - Boukgoin, Ann. eh. |5J 6, 142 (1875). -<!|:i|, nir.it u. Fischer, Ztsehr. Chem. 1864, 269. Geutiier u. Beockhoff, J. pr. [2]7 ' ^02 (1873). IL Goldscmmidt, Ber. 14, 929 (1881).

8 Löwig, Pogg. 16, 377 (1829). - Lennox, Ann. 122, 126 (1862). Brboul,Ann. 124, 271 (1862). - Höland, Ann. 240, 237 (1887). - Wahl, Ber. 11, 2238(1878).

; Ki:,un u. Merz, Ber. 8, 1298 (1875).

4 Vgl. auch IIartmann, Ber. 10, 1011 (1891).

:> Kräht, Ber. 10, 801 (1877). - Vgl. auch C. Hoffmann, Ber. 22, 1270 (1889).ÖAOTMANN, Ber. 24, 1022 (1891).

6 Merz u. Weith, Ber. 11, 2241, 2244 (1878).