Druckschrift 
1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
Entstehung
Seite
439
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Alkylene.

439

Menge Kohlenwasserstoffe mit normaler Kette, nämlich das symmetrische Dimethyl-äthylen 1 CH 8 -CH:CHCH 3 und das Aethylfithylen • CH 3 • CH 2 ■ CH: CH 2 .

Statt den Alkoholen direct Wasser zu entziehen, ist es in denhöchsten Reihen sehr zweckmässig, den Alkohol zunächst in den Estereiner höheren Fettsäure (durch Einwirkung des Säurechlorids) zu ver-wandeln und diesen Ester zu destilliren; bei der Destillation unter ge-wöhnlichem oder passend vermindertem Druck zerfällt letzterer in dieSäure und das entsprechende Alkylen (vgl. S. 360). Unter Benutzungder Palmitinsäure hat dieser Weg zur Gewinnung mehrerer normalerhochmolecularer Alkylene vom Typus CHR:CH 2 gedient 3 , z. B.:Ci 8 H 3 3.ci VCH 2 .OH + Cl-CO-C 15 H 31 = HCl + C 16 H 33 -CH 2 -CH 2 -0-CO-C 15 H 31 ,Octadecylalkohol

C 16 H 33 -CH 2 .CH 3 .0-CO-C 15 H 31 = C 16 H 33 ■ CH : CH 2 + OH-COC,»H„.

Octadecylen

Zur Einleitung der zweiten der oben genannten Hauptreactionender Abspaltung von Halogenwasserstoff aus Halogenalkylen — be-dient man sich in der Regel der Einwirkung des alkoholischenKalis auf die Alkyljodüre; seltener bewirkt man sie durch Ueber-leiten über glühenden Aetzkalk oder Erhitzen mit Bleioxyd 4 . Bei derBehandlung mit alkoholischem Kali wird die Alkylenbildung meist vonder Bildung von Aethern begleitet, z. B.:

C 4 H 9 J + KO-C,H, = C 4 H,-0-C 2 H 5 + KJ.Namentlich bei Benutzung der primären normalen Alkyljodüre tritt dieletztere Reaction zuweilen sehr in den Vordergrund und beeinträchtigtdaher die Ausbeute an Alkylen beträchtlich, während secundäre undtertiäre Alkyljodüre viel leichter und glatter im Sinne der Alkylen-a bspaltung reagiren 5 .

Alkylene entstehen in erheblicher Menge hei der Zersetzung der salpetrig-»»Uren Salze primärer Amine 5 durch Kochen in wässriger Lösung (vgl.8. 161-162), z.B.:

CH 8 -CH a

CH.-NH..NOOH

CH,-CH

(II..

+ N„ + 2H 2 0.

Von den Dihalogen-Derivaten der Paraffine, welche dietialogenatome an zwei benachbarten Kohlenstoffatomen ent-halten, gelangt man durch Halogenentziehung zu Alkylenen, z.B.:

CHjBr CH,

-Br, = | .

CIi 2 Br CHj

ß ei den Bromiden kann man diese Reaction leicht durch Einwirkung

1 Le Bei. u. Greene, Bull. 29, 306. — Konowaloff, Ber. 13, 2395.

2 Fawoksky u. Dbboüt, J. pr. [2] 42, 152.' Kbafpt, Ber. 16, 3018. * Eltekoff, Ber. 11, 414.6 Vgl. Lieben u. Rossi, Ann. 158, 164.G V. Meyep, Forster u. Barbieri, Ber. 9, 543; 10, 136.