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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
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Charakteristik der Phosphine.

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mit Schwefelwasserstoff, so wird das PolyJodid P(C 2 rI 6 ) 4 J 3 zu dem Tetra-äthylphosphoniumjodid P(C 2 H 6 ) 1 J reducirt, welches aus seiner Lösungauf Zusatz von Pottasche ausfällt, während das PolyJodid P(C 2 H 6 ) 3 J 4durch Schwefelwasserstoff in Triäthylphosphinoxyd (C 2 H ß ) 3 PO übergeführtwird, welch letzteres in Lösung bleibt (vgl. S. 266).

Charakteristik der Phosphine und Phosphoniumverbin-dungen: Die Phosphine sind farblose Verbindungen, mit Ausnahmedes gasförmigen Methylphosphins bei gewöhnlicher Temperatur flüssig(s. die Tabelle Nr. 11 auf S. 264), in Wasser unlöslich. Sie besitzen einendurchdringenden, betäubenden Geruch, welcher indess in grosser Verdün-nung bei einigen durchaus nicht unangenehm ist; so hat der Geruch desTriäthylphosphins in verdünntem Zustande die grösste Aehnlichkeit mitdem der Hyacinthe 1 . Die Phosphine besitzen nicht alkalische Reaction;mit" Säuren treten sie zu Salzen zusammen, welche in Wasser meistleicht löslich und den Salzen der Amine analog zusammengesetzt sind(z. B. (C 3 H 7 ) 3 P.HJ). Dass die Salze der primären Phosphine von Wasserzersetzt werden, diejenigen der secundären und tertiären Phosphinegegen Wasser beständig sind, ist bereits hervorgehoben worden (S. 262).

Die tertiären Phosphine sind durch das Bestreben ausgezeichnet,unter Aufnahme von arideren Elementen in Verbindungen des fünf-werthigen Phosphors überzugehen. So addiren sie die Halogene, umVerbindungen wie z. B. P(C 3 H 5 ) 3 C1 2 zu bilden. Von besonderer Schön-heit sind die Phosphinsulfide 2 wie (C 2 H 5 ) 3 PS; sie bilden sich unterWärmeentwickelung, wenn man in die ätherische Lösung der Phosphine»Schwefelblumen einträgt, krystallisiren prachtvoll, sind farblos, in reinemWasser löslich, in alkalischem Wasser aber viel weniger löslich. (Tri-methylphosphinsulfid schmilzt bei 105°, Triäthylphosphinsulfidbei 94°.)

Gleichfalls höchst charakteristische Verbindungen entstehen durch

Zusammentritt mit Schwefelkohlenstoff 3 ; die Constitution dieser Ver-

SWildungen ist wohl durch Formeln, wie / \ auszudrücken.

b : C i (C 2 H 5 ) 3 ,

fbe Reaction zwischen den tertiären Phosphinen und Schwefelkohlenstofl

ls t so energisch, dass man sie durch Anwendung von Lösungsmitteln

(Alkohol oder Aether) massigen muss; die Additionsprodukte stellen

8 chöne rothe, der Chromsäure ähnliche Krystalle dar und sind in Wasser

unlöslich. Ihre Bildung erfolgt so leicht und augenblicklich, dass man sich

vorteilhaft des Schwefelkohlenstoffs als Reagens auf die Phosphine und

"^gekehrt der tertiären Phosphine als Reagens auf Schwefelkohlenstoff

bedient. Die Verbindungen sind ziemlich veränderlich und gehen leicht

ln die entsprechenden Phosphinsulfide über; so z.B. die Methylverbindung

1 A. W. IIoi'mann, Ann. 104, 10.

2 Ebenda p. 23 u. 32. — Ann. Suppl. 1, '21.8 A. W. IIof.mann, Ann. Suppl. 1, 26 u. 59.