Bildungsweisen primärer Amine.
233
Dieses Verfahren kann auch zur Gewinnung gemischter Amine dienen 1 ;so spaltet sich z. B. das Hydroxyd der aus Triäthylamin und Jodmethylentstehenden Ammoniumverbindung im Sinne der Gleichung (vgl. S. 246):
(C,H 6 ),(CH 8 )N ; OH - (C,H 6 ),(CH a )N + C 2 II, + U.fl.
2. Durch Einführung von Alkylresten in Ammoniakderi-vate. Einige wichtige Bildungsweisen primärer Amine gehen von stick-stoffhaltigen Verbindungen aus, welche an ihrem Stickstoffatom ein durchMetallatome vertretbares Wasserstoffatom enthalten und beim Kochenmit Säuren oder Alkalien den Stickstoff leicht als Ammoniak abgeben;Elan lässt auf ihre Metallverbindungen ein Halogenalkyl wirken und er-setzt auf diese Weise das Wasserstoffatom (bezw. Metallatom) durchewen Alkylrest; führt man jetzt die Spaltung mit Säuren oder Alkaliena us, so erhält man statt des Ammoniaks ein einfach alkvlirtes Ammoniak.
Die Isocyaiisäure z. B., 0 = C == NH, zerfällt leicht in wässriger•Lösung in Kohlensäure und Ammoniak:
CO : NH + H 2 0 = C0 2 + H.-NH;
destillirt man ihr Kaliumsalz CO: NK mit ätherschwefelsauren Salzen.°der setzt man ihr Sjlbersalz CO-NAg mit Alkyljodiden um. so erhält1 '3 ;i " die Isocyansäureester, wie z. B. CO : N-C 2 H 5 . welche nun heimKochen mit Kali primäre Amine liefern:
CO : N-C.,11, 4- II, 0 = C0 2 + H 2 N-C.,1I,.
■Uiese Entstchungsweise ist besonders von historischem Interesse; sie'Uhrte zur Entdeckung der Amine durch An. Wüetz 2 (1848). — Beiglattem Verlauf sollten sich bei dieser Beaction nur primäre Basen"Uden; es treten indess auch liier seeundäre und tertiäre Basen alsNebenprodukte auf 3 .
Bei der Einwirkung von Halogenalkylen auf Cyansilber CNAg ent-stehen die Isonitrile, z.B. C=iN—C 3 Hj.; diese spalten sich bei Berüh-rung mit Säuren in Ameisensäure und primäre Amine*:
CN-C 3 II 7 + 2H,0 = HCO-OH + H 2 N-C 3 II 7 .
Besonders geeignet zur Darstellung von primären Aminen hat sichdas leicht zugängliche Phtalimid NH : C a 0 2 : C,,H 4 erwiesen (Gabbiel 6 ).Vermisch man dasselbe in absolut-alkoholischer Lösung mit alkoholischemKali, so scheidet sich das Phtalimidkalium NK : C 2 0 2 : C„H 4 ab, welcheseic bt mit Halogenalkylen doppelte Umsetzungen eingeht, z. B.:(',11, :<'.<»,, :NK + C a H 6 J = KJ + C 6 IJ 4 :C 2 0 2 : N-C.,11,.
' A. W, IIofmann, Ann. 78, 281. — V. Mi:vi:i: und Lboco, Ami. 180, 184. -l °88en, Ann. 181, 378.
8 Ann. 71, 880; 76, 317.
' s ".va, Bull. 8, 963. — IIeintz, Ann. 120, 34. — A. W. IIofmann, Ber. 15, 762.
4 Gadtieb, Ann. 146, 122; 140, 159. r Ber. 20, 2224.
■