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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
Entstehung
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Uebersicht über die schwefelhaltigen Verbindungstypen.

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Viertes Kapitel.

Alkylverbindungen, deren Alkylrest an Schwefel (Selen oder

Tellur) gebunden ist.

(Mercaptane, Sulfide, Sulfinverbindungen, Di- und Polysulfide, Sulfoxyde und Sulfone,Sulfosäuren und Thiosulfosäuren, Thioschwefelsäurcn, Sulfinsäuren.)

Uebersicht über die schwefelhaltigen Verbindungstypen:Werden im Schwefelwasserstoff nach einander die beiden Wasserstoff-atome durch Alkylreste vertreten, so entstehen die Verbindungsformen:

CnH 2n + i

^n''2n + l

und

^n2n + l

Die Verbindungen der ersteren Form können als Alkylsulfhydrate,

diejenigen der letzteren Form als Alkylsulfide bezeichnet werden,

entsprechend den anorganischen Schwefelwasserstoff-Abkömmlingen NaSH,

^atriumsulfhydrat, und Na 2 S, Natriumsulfid. Man erkennt in ihnen sofort

he schwefelhaltigen Analoga der Alkohole und Aether; Alkylsulfhydrate

sind Thioalkohole, Alkylsulfide sind Thioäther; die Sulfhydrate werden

gewöhnlicher Mercaptane genannt (Begründung dieses Namens s. S. 214).

Entspricht nun auch die Constitution der Mercaptane und Sulfide

^'llkommen derjenigen der Alkohole und Aether, und ist daher das

erhalten der beiden Körperklassen in vielen Stücken ein gleichartiges,

*° sind doch andererseits die schwefelhaltigen Verbindungen zu manchen

»Wandlungen fähig, welche an ihren sauerstoffhaltigen Constitutions-

pnalogen nicht ausgeführt werden können. Diese Verschiedenheit ist

edingt durch die Neigung der Schwefelatome, sich mit einander zu ver-

etten, und durch ihre Fähigkeit, eine höhere Valenz anzunehmen. Beide

mstande ermöglichen die Existenz von eigenartigen schwefelhaltigen

erbindungsklassen, welche im Folgenden einer kurzen Uebersicht unter-

z °gen werden sollen.

Wenn Alkohole oder Aether Oxydationswirkungen ausgesetzt werden,

So erstreckt sich die Oxydation sofort auf den Alkylrest; die Oxydations-

P rf >dukte Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren enthalten nicht mehr

enselben Alkylrest, welcher in der Ausgangssubstanz mit Sauerstoff in

erbindung stand. Die entsprechenden Schwefelverbindungen dagegen

0IU 'en infolge der erwähnten Umstände in eine Keihe von Oxydations-

s ufen übergehen, welche den Alkylrest noch ganz unverändert enthalten;

W Wirkung des Oxydationsmittels richtet sich bei ihnen zunächst

diglich auf das Schwefelatom bezw. das damit verbundene Wasserstoff-

' ()m - So entstehen durch gelinde Oxydation der Mercaptane die sehr

^ständigen Disulfide:

Vn^sn+i'" *'*n"2n + i)

H"