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Amygdalin.
Das Aesculin, äCtfHjflOg + SI^O, in den Rosskastanien, zerfalltin Traubenzucker und Aeskuletin, C 9 H fi 0 4 .
Zu den stickstoffhaltigen Glycosiden gehören u. a.:
Amygdalin, C 20 H 27 NO u + 3H 2 O, in den bitteren Mandeln, denKirschlorbeerblättern, in den Kernen der Kirschen, Pfirsiche, Apri-kosen, Pflaumen und in vielen anderen Pflanzen vorkommend, zer-fällt durch verdünnte Säuren sowie durch das in den süssen undbitteren Mandeln enthaltene Enzym Emulsin in Glucose, Bittermandelöl(Benzaldehyd) und Blausäure (daher die Giftigkeit der Kerne dieserFrüchte!) nach der Gleichung:
C g0 H„NOn + 2H g 0 = 2C„H, 8 0 8 + C 6 H 5 COH + HCNAmygdalin Wasser Glucose Beuzaldehyd Blausäure
Indican, C] 4 H n NO (; , findet sich in der Indigopflanze (Waid) undzerfällt durch Kochen mit verdünnten Säuren oder durch Enzyme ineine eigentümliche Zuckerart, Tndigglucin, und in Indigblau (s. S. 512).
Ein schwelcl- und stickstoffhaltiges Glycosid ist:Die Myronsäure, C, 0 H ) ,,NS 2 O 10 , welche sich als Kaliumsalz inden Samen des Senfes findet. Sie wird durch das ebenfalls in denSenfsamen enthaltene Enzym Myrosin (beim Zerreiben der Samen) inGlucose, Senföl und saures schwefelsaures Kalium gespalten.
Wenn wir auch über die Bildungsweise der Glycoside inden Pflanzen noch wenig wissen, so sind diese Verbindungendoch aus anderen, hier nicht näher zu erörternden Gründenunter gewissen Umständen als wahre Keservestoft'e zu betrachten,welche bei einem neu beginnenden Vegetationsprozess zerfallenund dadurch den Keim oder Spross mit Bildungsmaterial ver-sorgen.
Da viele Glycoside, ähnlich wie die Gerbstoffe, einen herbenGeschmack haben oder gar einige dieser Glycoside bei ihrerSpaltung giftige Stoffe, z. B. das Amygdalin Blausäure, bilden,so kann nach der Ansicht Nägelis der Nutzen solcher Stoffein dem Abschrecken von Pflanzenschädlingen gesucht werden.Hiernach hätten diese Körper also auch eine biologische Be-deutung für die Pflanzen.