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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
Entstehung
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Anhang.

Im Nachfolgenden werden noch einige organische Verbin-dungen, insbesondere die Bitterstoffe und Glycoside kurz be-handelt, die sich in die drei früher besprochenen Abteilungennicht gut unterbringen lassen.

Bitterstoffe.

Bitterstoffe sind stickstoffreie, aus Kohlenstoff, Wasserstoffund Sauerstoff bestehende, bitter schmeckende, farblose oderdoch nur wenig gefärbte Verbindungen, die sich fertig gebildetim Pflanzenreiche vorfinden. Die Kenntnis vieler dieser Stoffeist zurzeit noch eine lückenhafte.

Die Bitterstoffe kommen zwar in fast allen Pflanzenfamilienvor, doch zeichnen sich einige derselben durch Eeichtum und Ver-schiedenheit an diesen Verbindungen besonders aus (z. B. dieFamilien der Labiaten, Kompositen, Gentianen). Andere Familienhingegen haben nur vereinzelte Vertreter davon aufzuweisen(z. B. die Gramineen, Papavcraceen, Solanaceen, Leguminosen,auch die Krytogamen).

Entsprechend ihren Eigenschaften ist die Darstellungsweiseder Bitterstoffe eine sehr verschiedene, da dieselben im allgemeinendie Anwendung hoher Temperaturen, starker Mineralsäuren,ätzender Alkalien sowie oxydierend wirkender Mittel schlechtvertragen. Einige Bitterstoffe (z. B. Aloin, Pikrotoxin) erhält manbereits fast rein beim vorsichtigen Eindampfen der wässerigenoder alkoholischen, eventuell vorher mit Tierkohle entfärbtenAuszüge der betreffenden Pflanzenteile, andere (z. B. Gentiopikrin,Marubiin) werden bei dem Digerieren ihrer wässerigen Lösungmit reiner Tierkohle von letzterer aufgenommen und lassen sichderselben, nach dem Auswaschen mit kaltem Wasser, durch Aus-kochen mit Aikohol wieder entziehen. Manche Bitterstoffe kannman auch durch Gerbsäure, andere wieder durch neutrales oder