Theobroniin.
631
Parinbasen.
Hierhergehören u.a. das Theobromin, TheophyllinundCoffein.
Theobroinhi, C 7 H 8 N 4 0 2 oder C 5 H 2 (CH 3 ) 2 N 4 0 2 , kommt in denKakaobohnen, den Samen von Theobroma Cacao, vorwiegend inden Kotyledonen (1,4 bis 1,8°/ 0 ) und in etwas geringerer Mengein den Schalen (0,5 bis l,3°/ 0 ) vor. In den Colanüssen sindneben Coffein 0,023 °/ 0 Theobromin enthalten. Das Theobrominwird aus den Kakaobohnen oder der käuflichen Kakaomasse,sowie aus den fein gemahlenen Kakaoschalen hergestellt, es kannauch künstlich durch 12 stündiges Erhitzen von Xanthinblei,C 5 H 2 PbN 4 0 2 , mit Methyljodid auf 100° erhalten werden:
C 6 H,PbN 4 0, + 2CH 3 J = C 5 H 1 (CHs),N 4 O i + PhJ 2und ist infolgedessen als ein Dimcthyl-Xanthln oder als Dvme-thyl-Dioxypurin aufzufassen.
Das Theobromin ist ein weisses, aus mikroskopischen Nadelnbestehendes Pulver, welches bitter schmeckt, doch tritt derGeschmack nur langsam hervor. Bei 290° sublimiert es grössten-teils unzersetzt, ohne vorher zu schmelzen. In kaltem Wasserist es schwer, leichter in siedendem Wasser löslich, auch in kaltemabsoluten Alkohol ist es schwer, leicht dagegen in siedendemlöslich. Die Lösungen des Theobromins reagieren neutral undsind optisch inaktiv. In ätzenden Alkalien und Mineralsaurenlöst sich das Theobromin unter Bildung salzartiger Verbindungenleicht auf, ebenso in Phenol. Das Theobromin wird als Salicylatund in Form einiger Doppelsalze als Diureticum arzneilich an-gewandt und durch den Harn teilweise als solches, teilweise alsMetliylx'anthine ausgeschieden.
IMnretin, Theobromino-iiatrium salicylicum, Theobrominnatrium-salicylat, C,H 7 NaN 4 0 2 + C 6 H 4 (OH)COONa, mit annähernd 46 /, Ineo-bromin (C 7 H s N 4 0 2 ) ist ein weisses, geruchloses, süsssalziges, zugieicn«was Laugenhaft schmeckendes Pulver, welches sich in der gleichenGewichtsmenge Wasser, besonders leicht beim Erwärmen lost, viewässerige Lösung- (1+4) ist farblos, bläut Lackmuspapier «»« «""sich nach dem Ansäuren mit Essigsäure durch Eisenchlondlo sungviolett. Ans der wässerigen Lösung scheidet Salzsäure «sowohl Sa c -«äure als auch nach einiger Zeit Theobromin als weissen Niederschlagabder von Natronlauge, nicht aber von Ammoniakflüssigkeit, voUs'andigelöst wird. Beim Ausschütteln von 10 cem dieser Losung mit 10 cemChloroform darf der Verdunstungsrückstand des Chloroforms für BTheobrorainnatriumsalicylat höchstens 0,005 g betragen (Coffein). 01gTheobrominnatriumsalicvlat löse sich in 1 cem Schwefelsaure ohneAufbrausen und ohne Färbung (Natriumcarbonat, Zersetzungsprodukte).