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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Bernstein.

Es seien hier erwähnt:1. Bernstein, Succinit, Succinum, ist das Harz vorweltlicher Coniferen,besonders von Pityoxylon succiniferum s. Pinites succinifera. Erkommt besonders an den Küsten der Ostsee (von Danzig bisMemel), seltner an der Küste Englands, Siziliens, Syriens undAfrikas vor, ferner in einigen Braunkohlenlagern. Er ist vonweisslichgelber, gelber, grünlicher, rötlicher bis brauner Farbe.Spezifisches Gewicht 1,05 bis 1,10. Beim Reiben wird er negativelektrisch. In Wasser ist er unlöslich, auch in Alkohol, Aether,Chloroform und Terpentinöl in der Wärme nur schwer löslich.In dem preussischen Bernstein sind nach 0. Helm enthalten:17 bis 22°/ 0 eines in Alkohol löslichen, bei 105° schmelzendenHarzes; 5 bis 6% eines in Alkohol unlöslichen, jedoch in Aetherlöslichen, bei 145° schmelzenden Harzes: 7 bis 9°/ 0 eines in Alkoholund Aether unlöslichen, jedoch in alkoholischer Kalilauge löslichen,bei 175° schmelzenden Harzes; 44 bis 60°/ 0 Bernsteinbitumen, inallen Lösungsmitteln unlöslich und 3,2 bis 8,2% Bernsteinsäure.Die Aschenbestandteile betragen nur etwa Vs%- Die Zusammen-setzung des weissen Bernsteins ist annähernd C ]0 H 1G O. Beim Kochenmit Salpetersäure liefert der Bernstein eine kleine Menge desLaurineenkampfers, ferner beim Eindampfen der hierbei resul-tierenden Lösung 8 bis 8,5% Bernsteinsäure Die gleiche MengeBernsteinsäure kann man auch aus dem Bernsteinpulver durchlängeres Erwärmen mit konzentrierter Kalilauge erhalten.

Anwendung: Die besseren Stücke des Bernsteins dienen zurHerstellung von Perlen, ferner zu Schmuck- und Luxusgegen-ständen; die kleinen und verunreinigten Stücke, sowie die Abfällewerden für pharmazeutische Zwecke, zum Räuchern, zur Darstellungvon Bernsteinsäure und Bernsteincolophonium verwendet.

2. Asphalt, Erdpech, Judenpech, Bergteer, ist ein vermutlich durchVerharzung von Erdöl entstandenes Harz. Im reinen Zustandeist er eine braunschwarze bis pechschwarze, dichte, spröde, fastgeruch- und geschmacklose Masse, in Wasser unlöslich, in Alkoho-iAether und Aetzlauge teilweise löslich. In gelinder Wärme wirder zähe, gegen 100° erweicht er und liefert bei weiterem vorsich-tigem Erhitzen Wasser und etwas flüssiges Oel, Pelrolen D erAsphalt findet Verwendung zu Lacken, Firnissen, zur Inipräg"nierung von Dachpappe und zur Herstellung von Asphaltptlaster.