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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Harze.

Aethern dieser Harzalkohole Harzester {Resine), während einigesich chemisch indifferent verhalten {Resene). Harzalkohole mitGerbstoffreaktionen bezeichnet A. Tschirch als Resinotannole.

Die alkoholische Lösung der Harzsäuren wird durch Lack-mus gerötet. Die Harzsäuren, meist von dem Charakter derOxysäuren, lösen sich in wässrigen, ätzenden und kohlensaurenAlkalien auf zu salzartigen Verbindungen, den Resinaten oderHarzseifen, deren wässrige Lösung ähnlich wie gewöhnlicheSeifenlösung schäumt. Durch Mineralsäuren werden aus denResinaten die betreffenden Harzsäuren wieder abgeschieden.Die Harzseifen werden als Zusätze zu den gewöhnlichen Seifenverwendet.

Abgesehen von einem etwaigen Gehalt an ätherischem Oeloder an Gummi, Schleim usw. sind alle natürlich vorkommendenHarze Gemenge mehrerer häufig nur sehr schwer voneinandertrennbarer Verbindungen. Früher wurden die einzelnen Be-standteile eines solchen Harzgemenges als a-, ß-, j>-Harz unter-schieden.

Durch konzentrierte Schwefelsäure werden in der Kälteviele Harze ohne Zersetzung gelöst; sie scheiden sich daher aufZusatz von Wasser unverändert wieder ab. Dagegen verkohlendie Harze beim Erhitzen mit konzentrierter Schwefelsäure unterEntwickelung von Schwefelsäureanhydrid. Konzentrierte Sal-petersäure greift schon in der Kälte die Harze meist sehr heftigan, häufig unter Bildung von gelben amorphen Nitroverbindungen.Beim Kochen mit konzentrierter Salpetersäure entstehen je nachder Natur des Harzes Pikrinsäure, Oxypikrinsäure, Terephtal-säure, Isophtalsäure, Oxalsäure usw. Kalilauge verseift beimKochen die in den Harzen enthaltenen Ester (Resine), d. h. siezerfallen in Harzalkohole (Resinole) und in Harzsäuren (Resinol-säuren), in einigen Fällen entstehen auch aromatische Säuren,wie Benzoesäure, Zimtsäure, Umbellsäure u. a. Durch schmelzendesKalihydrat werden einige Harze, wie z. B. Mastix, Olibanum,kaum angegriffen, andere hingegen werden vollständig unterBildung von flüchtigen Fettsäuren, von Humuskörpern und zumTeil von aromatischen Verbindungen (Brenzcatechin, Phloro-glucin, Benzoesäure u. a.) zerlegt. Beim Destillieren der Harzemit Zinkstaub oder mit Aetzkalk werden meistens Gemengearomatischer Kohlenwasserstoffe (Toluol, Xylol, Naphtalin usw.)gebildet.

Nach ihrem chemischen Charakter (s. oben) teilt A. Tschirchdie Harze ein in:

I. Resinotannole oder Tannolharze (Benzoe, Perubalsam,Tolubalsam, Acaroidharz, Aloe, Storax u. a.).