232
Salpetrigsäureester.
100 kgr Glycerin zufliessen. Dabei steigt die Temperatur, welchedurch das den Hoizbottich, sowie die Bieikühlschlange durch-strömende Kühlwasser auf 30° gehalten wird. Das zufliessendeGlycerin ist noch etwas wärmer, damit es dünnflüssiger wirdund durch die durch Kohr a eingeführte Druckluft innig mitder Nitrirsäure gemischt werden kann. Wenn alles Glycerinzugesetzt ist, stellt man die Druckluft ab und lässt absetzen.Es bilden sich zwei Schichten, deren untere, aus Nitroglycerinbestehende, durch einen Tonhahn S in einen Waschapparatabgelassen wird, in welchem das Produkt so lange mit Wassergewaschen wird, bis alle anhaftende Säure entfernt ist.
Fig. 17.
Nitroglycerin ist ein farbloses Oel, welches das spezifischeGewicht 1,6 besitzt, bei —20° krystallinisch erstarrt und süsslichschmeckt. In Wasser ist es nicht löslich, schwer löslich inkaltem Alkohol, leicht in Methylalkohol und Aether. Beimraschen Erhitzen und durch Stoss explodiert es äusserst heftig.
Nitroglycerin wird in Form einer einprozenrigen weingeistigenLösung als Nitroglycerinuin, GloiioTiiiim arzneilich angewendet. D ieHauptmenge des Nitroglycerins, von dem 1899 in Deutschland über10000 Tonnen dargestellt wurden, dient zur Herstellung von Dynamit,Sprenggelatine, Gelatinedynamit und rauchlosem Pulver.
2. Salnetrijrsäureester.
Die Salpetrigsäureester sind isomer mit den Nitroethanen-Bei diesen ist die Nitrogruppe N0 2 durch das Stickstoffatom anden Kohlenstoffkern gebunden, bei den Salpetrigsäureestern ver-mittelt Sauerstoff die Bindung der NO-Grupp<\