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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Chloroform.

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Chloroform, Trichlormethan, CHC1 3 .Molekulargewicht = 119,36.

Geschichtliches. Chloroform wurde 1881 von Guthrie (September),Liehig (Oktober) und Soubeiran (November) dargestellt. 1835 stellte Dumasdie Zusammensetzung des Stoffes fest. In den Arzneischatz führte es 1847Simpson in Edinburg ein.

Darstellung. 1. Aus Chlorkalk und Alkohol. 3 T. Alkohol,15 T. Wasser und 4 T. Chlorkalk von 33% wirksamem Chlorwerden in einer Destillierblase auf 45" erwärmt. Die Tem-peratur steigt dann durch die eintretende Reaktion ohne weitereDampfzufuhr auf 70° und das entstehende Chloroform destilliertüber. Gegen Ende muss der Dampf wieder angestellt werden,um den Rest des Chloroforms überzutreiben. Der Chlorkalk wirktgleichzeitig oxydierend und chlorierend auf den Alkohol ein.Das entstandene Chloral (vergl. S. 108) wird durch den vorhan-denen Aetzkalk in Calciumformiat und Chloroform gespalten:

4CC1 3 .C0H + 2Ca(OH) 2 = 2(HCOO) 2 Ca + 4CHCI SChloral Aetzkalk Calciumformiat Chloroform.

2. Aus Chlorkalk und Aceton. 275 T. Chlorkalk von 33°/ 0wirksamem Chlor werden mit 800 T. Wasser in einer Destillier-blase verrührt. Man läBst nun 22 T. Aceton, gemischt mit 70 T.Wasser allmählich zufliessen. Die Reaktion tritt ohne äussereWärmezufuhr ein, nur der Rest des Chloroforms ist schliesslichdurch Dampfzufuhr überzutreiben.

2 CH 3 .CO.CH 8 + 6Ca^ci C1 = 3CaCl2 + 3Ca ( 0H ):iAceton Chlorkalk

2CH3.CO.CCI3 + Ca(OH) 2 . = (CH 3 COO) 2 Ca

Trichloraceton Aetzkalk Calciumacetat

2CHj.CO.CCl s

Trichloraceton.2CHC1 8

Chloroform.

">. Chloralchloroform. Zu 100 T. Chloral, welche in einerRetorte im Sandbade erwärmt werden, lässt man nach und nachlo0 T. Natronlauge von 15°/ 0 fliessen. Auch hier entsteht Natrium-tormiat und Chloroform, welches überdestilliert.

4. Elektrolytisches Chloroform. In einer mit Dampf ge-reizten emaillierten eisernen Retorte wird eine 20°/ 0 ige Koch-8 *lzlösung bei Siedehitze durch den elektrischen Strom zerlegt,Wozu Bleielektroden dienen, während gleichzeitig Aceton in^Unterbrochenem Strahle einfliesst. Das entstandene Chloroform^ e ht mit den Wasserdämpfen und etwas der Reaction entgangenemAceton über und wird in einem Kühlapparat verdichtet.

5. Aus Tetrachlorkohlenstoff lässt sich durch Reduktionnit naszierendem Wasserstoff Chloroform erhalten:

HCl +

T CC1 4 + 2H

«wichlorkohlenstoff Wasserstoff

p »rtheil, Organische Chemie,

CHCI3

Chloroform.