Druckschrift 
Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
Entstehung
Seite
33
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Paraffin.

33

Es ist eine klare, farblose, nicht fluoreszierende, ölartige, geruch-lose und geschmacklose Flüssigkeit, deren spez. Gewicht nicht unter 0,88liegen soll. Bei 360° soll flüssiges Paraffin noch nicht sieden; dieHandelspräparate beginnen meist schon bei 300° zu sieden. Das flüssigeParaffin soll sich nicht verändern, wenn man es in einem zuvor mit«armer Schwefelsäure gereinigtem Glase 10 Minuten lang mit gleichv i<'l konz. Schwefelsäure im Wasserbad erwärmt; auch die Säure solldabei nur wenig gebräunt werden. Nach dem Kochen mit gleich vielWeingeist soll dieser blaues Lakmuspapier nicht röten.

Paraffin.

Als Paraffin (vergl. S. 25) im engern Sinne bezeichnet manGemische, fester Kohlenwasserstoffe, welche über .'500° sieden.Das Paraffin aus amerikanischem Erdöl scheint nur Grenzkohlen-wasserstoff'e zu enthalten, in anderen Paraffinsorten kommenauch N'aphtene vor.

Geschichtliches. Don Namen Paraffin gab 1830 K. von Heichen-oach einem von ihm ans dem Bachenholzteer isolierten Stoff, nachdem schonzehn Jahre früher Buchner das Vorkommen von Paraffinen im Erdöl von"egernsee beobachtet hatte.

Vorkommen. Feste Paraffine finden sich gelöst im Erdöl, ferner inden bei der trockenen Destillation bituminöser Braunkohlen und Schiefersowie des Torfes gewonnenen Teeren. Kleine Mengen Paraffin sind im Holzteer,Steinkohlenteer und Tieröl enthalten. Festes Paraffin findet sich endlich alsKrdwaehs oder Ozokerit, besonders bei Boryslaw in Galizien, in Sieben-bürgen, und unter dem Namen Nefte- auf der Halbinsel Tscheieken amKaspischen Meer. Demnach unterscheidet man im Handel Erdölparaffin,"raunkohlenteerparaffin und O/.okeritparaffin.

1. Belmontio ist das aus den hochsiedenden Anteilen desErdöls in ähnlicher Weise wie das Braunkohlenparaffin ge-wonnene Hartparaffin. Es schmilzt bei 4245 n oder höher,das aus Rangoonteer bei 61°.

2. Braunkolilenieerparaffin. Durch trockene Destillation derSchwefelkohle oder des Pyropissits in Destillationsapparaten, derenKonstruktion Fig. 11 zeigt, wird neben gasförmigen Produkten"nd Grudekoks, welcher zurückbleibt, der Braunkohlenteer ge-wonnen, der durch nochmalige Destillation in das Rohöl unddie Rohparaf'finiuasse zerlegt wird. Das Rohöl liefert durch frak-tionierte Destillation:

Braunkohlenbenzin vom spez. Gew.Photogen

Solaröl ....Paraffinöle ."artheil, Organisch« Chouiie.

n

77

77

77

17

77

n

77

77

0,770,810,810,8250,8250,8350,840,870,9.3

'der