Druckschrift 
1 (1850) Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
53
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

53

stoffs beraubte Kali, also das entstandene Kalium geht an freiesChlor und bildet Chlorkalium *).

(6 Cl -f 6 KO, CO* CIO 5 , KO 4- 5 C1K -f CO 2 )

Man dampft die Lösung zur Krystallisation ab. Es krystallisirtdas chlorsaure Kali heraus und das Chlorkalium bleibt aufgelost.Ist das chlorsaure Kali noch nicht rein, so wird es umkrystallisirt.

Das chlorsaure Kali stellt farblose, rhombische, glänzende Blätt-chen dar, die einen kühlen Geschmack besitzen. In der Hitzezersetzt es sich in der Art, dass zuerst überchlorsaures Kali undChlorkalium entsteht, später blos Clorkalium zurückbleibt undaller Sauersoff entweicht. Brennbare Körper werden durchdas chlorsaure Kali noch leichter oxydirt, wie durch den Salpeter.Mit einigen derselben explodirt das Salz durch heftigen Sloss oderSchlag, z. B. mit Phosphor.

Mit Salzsäure erwärmt entwickelt es reichlich Chlorgas und esbleibt Chlorkalium, zurück. Hier dient der Wasserstoff der Salz-säure zur Reduktion der Chlorsäure und des Kali, so dass nachbeendigter Operation nur Chlorkalium im Rückstande sich befindet.

Kieselsaures Kali. Das Kali und sein kohlensaures Salzhaben die Eigenschaft mit Kieselerde sich zu einer amorphen,durchsichtigen Masse zusammenschmelzen zu lassen. Ist von bei-den Stoffen so viel vorhanden, dass ein neutrales kieselsauresSalz erzeugt wird, so ist das Glas in Wasser löslich und seinewässrige Lösung heisst Kieselfeuchtigkeit. Ist jedoch Kiesel-erde im Ueberschuss in der Mischung, so dass ein mehrfach kie-selsaures Salz sich durch Zusammenschmelzen bildet, so löst sichdie Masse nicht mehr in Wasser, und bildet dann das gemeineFensterglas, dessen Beständigkeit noch durch Zusatz von etwasKalk und Alaunerde erhöht wird.

Verbindungen des Kaliums mit Schwefel und den Halogenen.Schwefel und Kalium verbinden sich in mehreren Verhältnissenmiteinander. Diese Verbindungen heissen gewöhnlich Schwefel-lebern.

*) Wird die Flüssigkeit beim Einleiten des Chlor nirht erwärmt, so ent-steht neben Chlorkalium fast nur unterchlorigsaures hali. dessen Liisung, derLiquor Javelli (Kau de Javelle) , zum Wegschaffen vieler Flecken angewandtwird. Die Eigenschaft beruht auf der Bleichkraft der unterchlorigen Säure.