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Anorganische Chemie
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Glas.

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Auf ägyp-

Wie weit die Glastechnik zurückreicht, ist unbekannt,tischen Monumenten aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Aera sieht mandie Kunst des Glasblasens dargestellt; solches ägyptisches Glas wurde ineiner uns näher liegenden Epoche durch die Phönicier in andere Ländereingeführt. In der römischen Kaiserzeit erzeugte Italien bereits sehrwerthvolle Arbeiten; später wanderte die Glastabrication zugleich mitder Weltherrschaft nach Byzanz; als auch dieses verfiel, wurde für dasMittelalter das handelbeherrschende Venedig die vornehmste Heimstätteder Glasindustrie; von dort aus wurden z. B. die alten Metallspiegeldurch Glasspiegel verdrängt. In Böhmen und Deutschland kennt mankleinere Glashütten schon seit dem 10. Jahrhundert; Deutschland istauch die Heimat der

Fig. 148.

Lilln

Glasmalerei. Grosse Glas-fabriken entstanden erstspäter in England undFrankreich; seit 1700etwa goss man in Frank-

reich Spiegelglas, das manvorher nur durch Blasenund Walzen geformt hatte. W]|§l|l

Zur Zeit stehen auch diebelgische, österreichische . 1

und deutsche Glasfabri- *

cation auf einer sehr

hohen Stufe. - - Das Glas findet im praktischen Leben eine so aus-

wie kaum ein anderes chemisches Fabricat; für, die Naturwissenschaften, die Technik ist es das unentbehr-lichste Hilfsmittel geworden. In Folge dessen ist man aber auchimmer mehr genötkigt, die seit Jahrhunderten gesammelten empiri-schen Recepte, den gesteigerten Anforderungen entsprechend, nachrationellen Grundsätzen umzugestalten.

Kali- und Natronsilicate, sogenanntes Wasserglas, sind durch-sichtig und amorph, aber wasserlöslich; Kalksilicate lösen sich zwar nichtin Wasser, aber erstarren nach der Schmelze leicht krystallinisch; eine

gedehnte Verwendung,die Chemie,

zeigt

alle, oben für

dagegen «**o,Zur Darstellung des Glases

Vereinigung von Alkali- und Kalksilicatdas Glas angegebenen guten Eigenschaften.schmilzt man, zweckmässig mit Generatorgas-Feuofung und in Oefen aussorgfältig combinirtem feuerfesten Material, die Rohproducte in geformtenund dann gebrannten Häfen aus feuerfestem, kieselsäurereichem Thonbei Weissglut zusammen (Fig. 148). Für das gewöhnliche Kalkglasverwendet man ein Gemisch von Kieselsäure (reinstem Quarzsand mitbisweilen 99'7 Proc. Si0 2 ), Soda oder Pottasche und Kalk (der fürweisses Glas eiseüfrei sein muss). Die beste Glasmasse hat annähernddie Zusammensetzung eines Doppeltrisilicats: CaO. 3 Si0 2 -f- Na 2 0.3 Si0 2 ,respective Ca0.3Si0 2 -f~ K 2 0.3Si0 2 , Natron- (Kalk-)glas resp.Kali- (Kalk-)glas, welche in Procenten enthalten: das Natronglas75-5 Si0 2 , 12-9 Na 2 0, 1P6 CaO; das Kaliglas 70-8 Si0 2 , 18'3 K 2 0,10*9 CaO; von derartigem Glas, staubförmig gepulvert, nimmt lüproeen-Salzsäure auch nach eintägigem Digeriren bei 40 bis 50° kaum 0*1

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