Druckschrift 
Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
434
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

434

Uran.

nitrat, U0 2 (N0 3 ) 3 -f-6 H 2 0, entsteht beim Auflösen der Uranoxydein Salpetersäure und krystallisirt in schön fluorescirenden, gelben rhom-bischen Prismen, die zerfliesslich sind; Uranylsulfat, U0 2 (S0 4 ) -4-3 H 2 0 aus der Lösung des Nitrats, beim Verdunsten nach Schwefel-säurezusatz, in kleinen citronengelben Krystallen, die sich in Wasserleicht lösen, an der Luft jedoch verwittern. Ein Uranhexachlorid istnicht bekannt; Uranylchlorid, U0 2 C1 2 , bekommt man dagegen leichtaus Urandioxyd, U0 3 , und Chlor als gelbe, leicht schmelzbare Krystall-masse, oder minder leicht, durch Verdampfen der salzsauren Lösung desTrioxyds in Krystallen U0 2 C1 3 -f- H 2 0; analog sind das Bromid undFluorid. Ammonium-uranylphosphat (UCX,) 11 (NIL,) 1 P0 4 entstehtauf Zusatz löslicher Phosphate zu einer chlorammoniumhaltigen Lösungvon Uranylacetat als gclbgrüncr, in Essigsäure nicht löslicher Nieder-schlag, der zur maassanalytischen Bestimmung, sowohl des Urans, alsauch der Phosphorsäure Verwendung findet. Ammonium-uranyl-carbonat, U0 2 (C0 3 ) + 2 (NH 4 ) 2 C0 3 , wird durch Digeriren des ausUranylsalzen mit Ammoniak ausgefällten Ammoniumuranats mit einerLösung von Ammoniumcarbonat in Lösung erhalten (Trennung des Uransvom Eisen); aus etwas concentrirter Lösung scheidet sich das Doppel-carbonat beim Erkalten in kleinen gelben Prismen aus. MehrerePhosphate (Kalkuranit, Kupferuranit) und Arseniate des Uranyls findensich bisweilen natürlich vor.

Fügt man zu den Uranylsalzen Alkalien hinzu, so scheiden sichDiuranate aus: Kaliumdiuranat, U 2 0 7 K 2 -(- 3 H 2 0, gelbes, ge-glüht wasserfreies, in Säuren lösliches Pulver. N a t r i u m d i u r a n a t,U 2 0 7 Na 2 -j- 6H 2 0, wird alsUrangelb" auch im Grossen dargestellt undbei der Fabrication des gelbgrün fluorescirenden Uranglases benutzt-

Urantetroxyd, Ü0 4 -j-2H 2 0, durch verdünntes Wasserstoffsuper-oxyd aus Uranylnitratlösung als gelblich weisser Niederschlag ausfallend,löst sich in Salzsäure wie die Superoxyde unter Chlorentwickelung auf,und bildet mit Basen in Gegenwart von überschüssigem Wasserstoff-

superoxyd die sehr unbeständigen

Peruranate" z. B. U0 8 K 4

Urandisulfid, US 2 , bekommt man beim Glühen

Niederschlag. Aus Uranylsalzen fällt mit Ammoniumsulfid dunkel-zersetzliches Uranylsulfid, U0 2 S ; welches in Säuren

+ 10H 2 O.des Urans inSchwefeldampf als amorphes oder (bei höherer Temperatur) krystallinischesPulver. Aus Uranosalzen fällt ein schwarzer, amorpher, leicht oxydir-barer

braunes, sehr

und Ammoniumcarbonat leicht löslich ist. (Dieses Verhalten gestattet dieTrennung des Urans von den meisten übrigen Metallen.)

Urancarbid, Ur 2 C 3 , erhält man durch Erhitzen von Uranoxydenmit Zuckerkoble im elektrischen Ofen als eine Quarz ritzende Krystall-masse. Dieselbe wird von Wasser zerlegt unter Bildung von Aethylen,Methan, Wasserstoff, sowie von flüssigen und festen Kohlenwasserstoffen,die von 70200° unter Hinterlassung eines bituminösen Rückstandessieden. Vor den übrigen, durch Wasser zersetzlichcn Carbiden, dieMethan und Acetylen liefern, zeichnet sich das Urancarbid somit aus.und verdient die an sein Verhalten geknüpfte Ansicht, das Erdoelkönne wenigstens theilweise aus derartigen Carbiden entstellen, jeden-falls nähere Prüfung 1 .