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Anorganische Chemie
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Chromsaure Salzo.

Chromoxydsalze; Chromite.

Schwefelsaures Chromoxyd, Chromisulfat, Cr.,(S0 4 ) 3 .Gleiche Theile des bei 100° getrockneten Chromoxydhydrats und con-centrirter Schwefelsäure geben eine grüne Flüssigkeit, die beim längerenStehen violett wird und eine blaugrüne Krystallmasse von Chromsulfatabscheidet. Löst man letzteres in Wasser und setzt Alkohol bis zurbeginnenden Trübung zu, so scheiden sich allmählich blauviolette octa-edrische Krystalle, Cr 2 (S0 4 ) 8 -f- 18 H 2 0, aus. Die wässrige Lösungderselben wird beim Kochen grün, indem eine hydrolytische Spaltungeintritt, worauf durch Alkohol nichts mehr gefällt wird; das fällbare vio-lette, neutrale Salz bildet sich erst wieder beim längeren Stehen einersolchen Lösung. Das in einem Kohlendioxydstrome bei höherer Tem-peratur scharf getrocknete, wasserfreie Sulfat bildet eine blassrothe, inWasser und Säuren unlösliche Masse. Auch saure und basische Chroim-sulfate sind bekannt.

Mit den Alkalisulfaten vereinigt sich das Chromsulfat zu Doppel-salzen, den sogenannten Chromalaunen (vgl. S. 297 f.). Kalium-chromsulfat oder Chromalaun, Cr 2 (S0 4 ) 3 -j- K 2 S0 4 -\- 24H a O,wird am bequemsten dargestellt, indem man eine mit Schwefelsäure ver-mischte Lösung von Kaliumbichromat durch Erwärmen mit Alkohol oderEinleiten von Schwcfeldioxyd reducirt. Der Chromalaun bildet grosseOctaeder, die im auffallenden Lichte grünschwarz, im durchfallendendunkelroth erscheinen; zu seiner Lösung braucht er 67 Theile Wasser;die wässrige Lösung des Chromalauns erleidet beim Aufkochen einelänger andauernde Veränderung, ähnlich derjenigen des Chromsulfats.

Da Chromoxyd eine schwache Base ist, sind Salze mit schwachenSäuren, wie C0 2 und S0 2 , nicht durch Doppelzersetzung erhältlich-

Wie die Thonerde zeigt auch das Chromoxyd starken Basen gegen-über das Verhalten eines Säureanhydrids; hierdurch erklärt sich dasVerhalten von Chromoxydsalzlösungen gegenüber Alkalien, welche daszunächst ausgefällte Chromoxydhydrat wieder auflösen, indem Chroni-oxydnatron oder Natriumchromit, Cr 2 0 4 Na 2 , gebildet wird. Daswichtigste Chromit ist der Chromeisciisteill, Cr 2 0 4 Fe, welcher sich inbraunschwarzen Reguläroctaedern oder in derben Massen vorfindet, meistauf Serpentin. Türkischer Chromeisenstein wird als Hauptausgangs-material zur Darstellung von Chrompräparaten benutzt. Aus demselbenMineral gewinnt man im Hochofen das Ferrochrom, eine Legirungvon Chrom und Eisen, die zur Chromstahlbereitung dient.

Chromsaure Salze oder Chromate.

Die aus dem Chromtrioxyd durch Wasseraufnahme entstehencChromsäure, Cr0 4 H 2 , ist der Schwefelsäure, S0 4 H 2 , durchaus analog undbildet die mit den Sulfaten isomorphen neutralen Chromate. Die so-genannten Bichromate entsprechen dagegen in ihrer Constitution denIiisulfaten nicht, sondern leiten sich von einer der Pyroschwefelsäure,S 2 0 7 H 2 , entsprechenden Pyrochromsäure, Cr 2 0 7 H.,, ab. Man kennt aussei -dem Chromate, welche als Salze von Polychromsäuren, beispielsweise