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Anorganische Chemie
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ZTXG;

406

Iridium.

Rhodiumdioxyd, Rh0 2 , kaffeebraunes Pulver, aus Rhodium mit KOH und N0 3 K

Die Rhodiumsalze leiten sich, den Iridiumsalzen entsprechend, durchweg vom Sesqui-oxyd ab.

Khodiumchlorid, Rl^CL,, aus Rhodium und Chlorgas als rothbraune Masseunlöslich in Wasser und Säuren. Gibt mit den Alkalichloriden lösliche Doppelsalze.

Im Schwefcldampf verbrennt das Rhodium unter Bildung von Monosulfid RhS; inseinen Salzlösungen entsteht durch Alkalisuitide ein brauner Niederschlag, wahrscheinlichein Sulfid Rh 2 S 3 .

Dem Kobalt steht das Rhodium besonders nahe durch zahlreiche Rhodammonium-verbindungen, welche den Kobaltammoniumverbindungen sehr ähnlich sind und wie diesedargestellt werden. Man unterscheidet drei Reihen solcher Salze, nämlich die Purpureo-,Roseo- und Luteosalze; z. B. Chlorpurpureorhodiumchlorid (Rh 2 .10 NH 3 ) Cl 6 , durchLösen von Rhodiumzink in Königswasser und Versetzen der Lösung mit NH 3 ; diamant-glänzende gelbliche Krystalle.

41. Iridium.

Ir

193.

Im Jahre 1804 zeigte Tennant, dass in dem Rückstände von derEinwirkung des Königswassers auf Platinerz sich zwei neue Metallebefinden, welche er als Iridium (von Iris, wegen der verschiedenenFärbung seiner Chloride) und Osmium bezeichnete. Das Iridiumkommt ausserdem in besonders reichlicher Menge im Osmiridium undPlatiniridium, also in Form natürlicher Legirungen vor. Man trenntes vom Osmium, indem man das letztere in Form seines Tetroxydsverflüchtigt. Zur Reindarstellung des Iridiums selbst dient dann derIridiumsalmiak.

Das metallische Iridium tritt anscheinend in zwei ätiotropen Modi-ficationen auf. Im Knallgasgebläse geschmolzen gleicht es dem polirtenStahl und ist in der Kälte sehr spröde; es hat so das speeif. Gew. 22'42.Der Iridiumschwamm, welchen man durch Glühen von Iridiumsalmiakerhält, wiegt dagegen nur 15 - 8. An Schwerschmelzbarkeit wird es nurvom Osmium und Ruthenium übertroffen. Fein zertheiltes Iridiumoxydirt sich beim Erhitzen an der Luft; das compacte Metall wirddagegen bei keiner Temperatur vom Sauerstoff angegriffen. In Königs-wasser ist gleichfalls die letztere Form des Iridiums unlöslich. Mit Platin(910 Theile) vereinigt sich Iridium (1 Thcil) zu einer harten, sehrelastischen, höchst politurfähigen und an der Luft unveränderlichenLegirung (vorgeschlagen zu Normalmetermaassstäben). Da sich bei Be-handlung des Platinerzes mit Königswasser stets eine kleine Menge In"dium mit dem Platin auflöst und zugleich mit diesem durch Salmiakwieder ausgefällt wird, sind weitaus die meisten Platingeräthe iridium-haltig; bei ihrer Herstellung vermeidet man diese Beimengung nicht, da.sie hierdurch an Widerstandsfähigkeit gewinnen. Auch andere Legi-rungen des Iridiums wurden dargestellt, so z. B. IrSn 2 , das schönemetallglänzende, mitunter treppenförmige Würfel bildet.

Iridiumsesquioxyd, lr 2 0 3 , bildet sich als blauschwarzes Pulver beim Erhitze"von IrCl 0 K 2 (aus Ir, KCl und Cl a ) mit CO a Na 2 , zerfällt jedoch wieder bei ca. 1000 .