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Anorganische Chemie
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Nickelverbindungen.

Braunstein zugeben. Beim Glühen an der Luft nimmt Nickel nurschwer Sauerstoff auf und selbst ein mit glühender Kohle zusammen-gebundener Nickeldraht ist in Sauerstoff nicht leicht zu entzünden. DenWasserdampf zersetzt Nickel in der Glühhitze nur langsam unter Bildungvon Nickeloxydul. In verdünnter Schwefelsäure und Salzsäure löst essich nur sehr allmählich mit Wasserstoffentwickelung auf, sehr leichtdagegen in verdünnter Salpetersäure.

Die galvanische Vernickelung des Eisens und anderer Metalle,um dieselben vor Rosten etc. zu bewahren, wird gewöhnlich mit einerreinen, gesättigten Lösung von Nickelammoniumsulfat so ausgeführt, dassman die zu überziehenden Objecte als negative Elektroden in das ge-nannte Bad eintaucht und als positive Elektrode eine Platte aus metallischemNickel verwendet. Letzteres löst sich in dem Maasse auf, in welchemes aus der Lösung auf der negativen Electrode niedergeschlagen wird,so dass das Bad stets die nämliche Stärke und Neutralität behält. — DasNickel wird neuerdings auch im Grossen zu Blechen (Schaalen, Tiegeln)und Drähten verarbeitet und zur Plattirung des Eisens benutzt. — DieVerwendung des Nickels zu Münzlegirungen mit Kupfer, womit es sichsehr leicht vereinigt, wurde bereits oben erwähnt; die wichtigste Legirungdes Nickels ist das höchst politurfähige und luftbeständige Neusilberoder Argentan (Packfong, Weisskupfer) mit etwa 15—20 Proc. Nickel,50—70 Proc. Kupfer und 20—30 Proc. Zink, welches sich walzen, oderzu Draht ausziehen sowie giessen lässt; die Giessbarkeit nimmt durchCadmium-, Blei- oder Zinngehalt noch zu. Das Alfenide (Christofle)des Handels ist galvanisch versilbertes Neusilber mit etwa 2 Proc. Silber-Nickel (3 Proc.) wird neuerdings viel mit Stahl oder Elusseisen legirt;wodurch man ein an Festigkeit und Geschmeidigkeit alle anderen über-treffendes Material für Panzerplatten erhält.

Sauerstoffverbindungen des Nickels.

Nickeloxydul. NiO. Findet sich als Bunsenit in durchsichtigen,grünen Reguläroctaedern vom spec. Gew. 6'4. Als grünes Pulver erhältman es durch starkes Glühen des Hydroxyds, Carbonats oder Nitrats;beim Erhitzen wird es vorübergehend dunkelgelb. Sehr stark geglühtesOxydul, besonders in krystallinischer Form, widersteht der Einwirkung■von Säuren. Nickeloxydulhydrat Ni0 2 H 2 wird aus Nickeloxydul-salzen durch Alkalien als apfelgrüner, in Wasser nur sehr wenig lös-licher Niederschlag gefällt, unlöslich im Ueberschuss des Fällungsmittels,aber mit blauer Farbe löslich in Ammoniak.

Nickelsesquioxyd (Nickelperoxyd), Nl,0 8 , entstellt durchZersetzung des Nitrats oder Chlorats bei möglichst tiefer Temperatur,als schwarzes Pulver vom speeif. Gew. 4"8. Beim Glühen an der Luftgeht es in Oxydul über und wird hierzu auch durch Wasserstoff beietwa 200° reducirt. Nickeloxydhydrat, Ni 2 (OH) 0 , bildet sich beiEinwirkung von Chlor auf in Wasser suspendirtes Oxydulhydrat, oderbeim Erwärmen der Lösung eines Nickeloxydulsalzes mit alkalischemHypochlorit als voluminöser, tintenschwarzer Niederschlag. Behandeltman eine Lösung von Nickel und Kobalt mit überschüssigem Cyan-

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