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Anorganische Chemie
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Cyanverbindungen dos Eisens.

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Ferroferrichlorid, Fe 3 Cl 8 + 18H 2 0, durch Auflösen des mag-netischen Eisenoxyds in starker Salzsäure und Eindunsten der gelbenLösung über Schwefelsäure; zerfliessliche Krystallwarzen.

Ferrobromid, Eisenbromür, FeBr 2 . Gelbgrüne, wasserlöslicheMasse; krystallisirt mit 6H 2 0 in sechsseitigen zerfliesslichen Tafeln.

Ferribromid, FeBr 3 . Aus Fe und Br in Ueberschuss; zerfliess-lich und nicht ganz unzersetzt sublimirbar, verliert Brom auch beimKochen mit Wasser.

F e r r o j o d i d, E i s e nj o d ü r, FeJ 2 . Beim Erhitzen seiner Elementeals blättrige, zerfliessliche Masse; die wässrige Lösung entsteht durchLigeriren von Eisenfeile, Jod und Wasser, und liefert hellgrüne KrystalleFe,T 2 -\- 4H 2 0. Man verwendet das ferrum jodatum zur Darstellung derAlkalijodide und zu medicinischen Zwecken. Ein Ferrijodid ist nichtgenauer bekannt.

Cyanverbindungen des Eisens.

Eisencyanür, Fe(CN) 2 , ist nicht in reinem Zustande bekannt,und ein „Eisencyanid, Fe(CN) 3 " lässt sich auf nassem Wege nicht ge-winnen, vielmehr werden Eisenoxydhydrat und Blausäure, als schwacheBase und schwache Säure, jedes für sich abgeschieden. Zahlreich undwichtig sind dagegen die zum Theil sehr beständigen Doppelcyanide desEisens, unter denen das Ferrocyankalium, Fe(CN) 6 K t (= Fe(CN) 2 .4K.CN), als Ausgangsmaterial für die Darstellung der übrigen Doppel-cyanide, wie der Cyanverbindungen überhaupt, in erster Linie steht.Bei der Oxydation geht dieses Salz in das Ferricyankalium,Fe 2 (CN) 12 K, ; über, das Vorbild einer zweiten Reihe von Doppelcyaniden.Den beiden Salzen wird durch concentrirte Salzsäure das Alkali entzogen,und man erhält die zugehörigen Säuren, den Ferrocyanwasserstoff,Fe(CN) 6 H 4 , oder Ferricyanwasserstoff, Fe^CN^Hg. Ferner lässtsich das Alkali der genannten Salze (oder der Wasserstoff der zweiSäuren) durch zahlreiche andere Metalle ersetzen.

Ferrocyankalium, gelbes Blutlaugensalz, Fe(CN) c K 4 . Entstehtbei Einwirkung von Cyankalium auf Ferrosalze oder Fe(OH) 2 :

6 CNK + FeS0 4 = Fe(CN) 6 K 4 + K 2 S0 4 ,lerner aus Cyankalium und Eisen oder Eisensulfiden.

In grösseren Mengen stellt man es dar, indem man Pottascheschmilzt und in die hellrothglühendo Masse scharf getrocknete, stickstoff-haltige thierische Abfälle mit Eisenfeile oder Eisenspähnen einträgt; inder Schmelze bilden sich hierbei Cyankalium, CNK, und Schwefeleisen-kalium, Fe 2 S,.SK 2 , die sich beim Auslaugen der erkalteten Masse mitWasser zu Ferrocyankalium umsetzen. Man dampft ein und reinigtdurch Umkrystallisiren. Neuerdings wird das Ferrocyankalium aucha us der Gasreinigungsmasse, die wechselnde Mengen von BerlinerblauUnd Rhodanammonium enthält, aus dem erstgenannten Präparat (durchFerrocyancalcium hindurch) gewonnen.

Das Ferrocyankalium bildet wasserhaltige, citronengelbe, monoclineTafeln, Fe^CNV.Kj -f- 3H 2 0, von quadratischem Habitus, die sich beigewöhnlicher Temperatur in etwa vier Theile Wasser lösen, bei 100° in