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Leblancsodaverfahren.
Die Umwandlung des Natriumsulfats in Rolisoda gesehielit meistensin einem grossen, zur völligen Mischung der Materialien fortwährendrotirenden Cylinderofen, durch dessen mittleren feuerfest ausgemauertenCanal die 1 euerungsgase beständig hindurchstrümen (Fig. 132). Indiesen Oefen, welche den früheren Handbetrieb ersetzt haben, schmilztman das Sulfat mit magerer Kohle und zerstttcktem Kalkstein; durchdie Kohle findet zunächst Reduction des Sulfats zu Natriumsulfid statt;3. S0 4 Na 2 + 2C = Na 2 S + 2C0 2 .
Dieses setzt sich mit dem Kalkstein zu Soda und unlösl. CaS um •4. Na 2 S + C0 3 Ca = C0 3 Na 2 + CaS.
Die Schmelze wird mit wenig Wasser ausgelaugt. Ein nothwendigerUeberschuss von Aetzkalk (aus überschüssigem Kalkstein und durchreducirende Kohle entstanden) löscht sich mit dem Wasser, treibt dadurchdie Schmelze auseinander und erleichtert das Auslaugen ganz wesentlich;das aus diesem Kalkhydrat mit der Soda entstandene Aetznatron:
CO s Na 2 + CaOH, = CO„Ca + 2NaOHmuss jedoch wieder mit C0 2 gesättigt werden. Aus der hieraufpassendvorgereinigten Rohsodalauge krystallisirt in der Wärme C0 3 Na 2 ^f- H 3 0,das durch Calciniren in Pfannen ganz entwässert wird; als Handels-produet gewinnt man so eine ungefähr 98procentige calcinirte Soda.Bei starker Rothglut verliert diese bis zu 1 Proc. ihres Gewichts anC0 3 . Wasserfreies Natriumcarbonat schmilzt bei 850 u .
Sorgt man für die Bildung einer genügenden Menge von Aetzkalk)dann liefert die Sodaschmelze, wie aus Obigem er-klärlich, sofort Aetznatron, NaOH, das auf dies 6Weise in grossem Maassstabe fabrikmässig hergestelltwird. Diese Fabricationsmethode ist bisher wenig"stens noch nicht durch ein anderes sein- aussichts-reiches Verfahren, die Elektrolyse von wässrigenChlornatriumlösungen, verdrängt worden (s. u.).
Die Soda kommt auch, aus einer
3 nde,n
Wassermenge umkrystallisirt, als Kry stallsoo a,CO 3 Na 3 + 10H 3 O, in den Handel. Diese leichterin Wasser lösliche und bekannteste Form des Na-triumearbonats (wegen ihres sehr in's Gewicht fallen*den Wassergehalts für weitere Transporte nicht g e ~eignet) krystallisirt bei gewöhnlicher Temperatur undin grossen monoclinen Prismen (Fig. 133"), die an derLuft zu COgNaj-f-HjO verwittern; da trocken wie in Lösung noch weitereHydrate des Natriumkarbonats, die von der Temperatur abhängen, exi-stiren, ist dessen Löslichkeit in Wasser bei 38° am grössten (100 TheileWasser lösen bei 38° =51 Theile C<).,\a„ ; bei 0° lösen sich nur 7 Theile,bei 104°, dem Siedepunkt der Lösung, 45 Theile C0 3 Na 2 in 100 Wasser).Beim Auslaugen der nach Gleichung 4 gebildeten Sodaschmelzemit wenig Wasser hinterbleiben die „S o d ar ückst ä n d e". die wesentlichaus Schwefelcalcium, CaS, bestehen. Da man mindestens ebenso vielenRückstand erhält, als Soda, häufte sich derselbe in grossen Halden UÖJ