Druckschrift 
Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
294
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

ggj^^

294

Aluminium.

für Thonerdepräparate. Thonerdesalze geben ein solches Hydrat, wennman sie heiss fällt, längere Zeit in der siedenden Flüssigkeit lässt undbei 100° trocknet.

Bei reichlich 300° geht das Thonerdehydrat unter nochmaligemWasseraustritt in das Hydrat A1 2 0 4 H 2 = A1 2 0 3 .H 2 0 über. Das kry-stallisirte mineralische Vorkommen dieser Hydratform ist der rhom-bische Diaspor.

Beim Glühen endlich tritt alles Wasser aus den Thonerdehydratenaus, indem dieselben in wasserfreie Thoncrde A1 2 0 3 (s. o.) übergehen.

Obwohl das Thonerdehydrat vorwiegend die Eigenschaften einesbasischen Oxydhydrats besitzt, zeigt es doch, wie auch andere schwacheBasen dies thun, starken Basen gegenüber das Verhalten eines salzbil-denden Hydrats, einer Säure, obwohl einer äusserst schwachen: frischgefälltes Thonerdehydrat löst sich demgemäss in Natron- oder Kalilaugezu Aluminaten auf: A1 S 0 6 H 6 -f 2NaOH == Al a 0 8 .Na,0 + 4H 3 0,welche durch Eindampfen im Vacuum oder Weingeistzusatz ausgefälltwerden. Die weniger leicht löslichen Hydrate, sowie die wasserfreieThonerde A1 2 0 3 , auch in krystallisirtem Zustand, werden durch Schmeiß' 11mit Kalihydrat gleichfalls in Aluminate übergeführt, die in trockenemZustande, somit in der Wärme äusserst beständig sind.

Kaliumaluminat, A1 2 0 3 . K 2 0 -j- 3 H 2 0, bildet harte Krystalle-

Natriumalu min at, A1 2 0 3 . Na 2 0 oder Al 2 O s . 3Na 2 0. Im Grossendurch Schmelzen von Kryolith mit C0 3 Ca:

2 A1F1 3 . 3 NaFl + 6 C0 3 Ca = A1 2 0 3 . 3 Na 3 0 + 6 CaFl, + 6 CO,.

Auslaugen ergibt Aluminatlösung. Ebenso Bauxit mit Soda geschmolzen:

A1 2 0 3 . 2 H 2 0 + C0 3 Na 2 = Al 2 0 4 Na 2 -f 2 H 2 0 + C0 2 .

Diese Aluminate sind in wässriger Lösung sehr unbeständig undwerden schon beim Einleiten von Kohlendioxyd in dieselbe zerlegt, z. B. 'A1 2 0 3 . Na 2 0 -j- C0 2 + 3 H 2 0 = AL0 6 H G + C0 3 Na 2 .

Das so ausfallende Thonerdehydrat ist die vorzugsweise aus Bauxitgewonnene gewöhnliche Thonerde des Handels. Das Thonerdehydratkann sich mit der Baumwollenfaser innig verbinden, und bildet anderer-seits mit gewissen organischen Farbstoffen Salze, sogenannte Farblacke;hierauf beruht die Anwendung der Alkalialuminate und auch der Thon-erdesalze (s. u.) in der Färberei und Druckerei (Beizen), um den Farb-stoff dauernd auf der Faser zu fixiren.

Die Aluminate der Erdalkalimetalle sind unlöslich und fallen^ alsweisse Niederschläge aus den obigen auf Zusatz von Kalk-, Strontian-oder Barytsalzen aus:

A1 2 0 3 . Na 2 0 + CaCl 2 = A1 2 0 3 . CaO + 2 NaCl.

In der Natur finden sich solche Aluminate in regulären Oktaedernkrystallisirt als Spin eile: der gewöhnliche Spinell ist Magnesium-aluminat A1 3 0 3 . MgO; der Eisenspinell A1 2 0 3 . MgO mit Fe 2 0 3 -Fe* >ider Zinkspinell oderGahnit hauptsächlich Zinkaluminat Al 2 0 3 .ZnO;u. s. f. Nur der Chrysoberyll, Berylliumaluminat A1 2 0 3 ,. BeO _kry-stallisirt rhombisch. Diese Mineralien sind auch künstlich mit allen ihren