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Anorganische Chemie
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Salze des Zinns mit Oxysäuren

überschüssige Salzsäure zugegen, so entsteht nur Zinnchlorid. AusQuecksilberchloridlösung wird durch angesäuertes Zinnchlorür zuerstQuecksilberehlorür gefällt, welches in metallisches Quecksilber übergeht:2 HgCl 2 + SnCl 2 = Hg 2 Cl 2 + SnCl 4 ; Hg 2 Cl 2 -f SnCl 2 = 2 Hg + SnCl*.(Qualitative Reaction auf Zinn, wie auf Quecksilber]. Mit an-deren Chloriden gibt Zinnchlorür gut krystallisirende Doppelchloride(SnCUNHJ, + (H 2 0).

Zinntetrachlorid, SnCl 4 . Aus Zinn oder Zinnchlorür und Chlor-gas. Auch aus Zinnoxyd oder -oxydhydrat und Salzsäure. Farblose,leicht bewegliche, an der Luft stark rauchende Flüssigkeit (Spiritusfumans Libavii"), welche von überschüssigem Chlor befreit bei 33erstarrt und bei 114° siedet. Specif. Gew. 2234. Mit Wasser bildetdas Tetrachlorid krystalliuische Hydrate, zunächst SnCl 4 -f- 3 H 2 0(Zinnbutter), die sämmtlich in Wasser löslich sind. Die sehr verdünntewässrige Lösung gibt rasch beim Kochen, allmählich beim Stehen, einenNiederschlag von Metazinnsäure: SnCl 4 -}- 4 H 2 0 = Sn0 4 H 4 + 4 ClH-Zinntetrachlorid vereinigt sich mit vielen Chloriden zu krystalliniscbenVerbindungen z. B. SnCl 4 -f- 2 SC1 4 , grosse gelbe Krystalle aus Zinn-sulfid und Chlor; SnCl 4 -j- 2 NOC1, starkglänzende Octaeder; SnCL,-f POCl 3 , Krystalle, Schmp. 58° und Siedepunkt 80°; SnCl 4 + 2NHjweisses unzersetzt sublimirendes, und in Wasser unzersetzt löslichesPulver. Zinnchlorwasserstoff SnCl 6 H 2 -\- 6 H 2 0 krystallisirt als bei19° schmelzende grossblättrige Krystallmasse aus einer mit Chlorwasser-stoff gesättigten, concentrirten Lösung von Zinntetrachlorid. Das Am-moniumzinnchlorid (in der FärbereiPinksalz" genannt) SnCl 0 (NH 4 )g)aus Zinntetrachlorid- und conc. Salmiaklösung, bildet kleine, luftbestän-dige Octaeder.

Entsprechende Verbindungen gibt Zinn auch mit Brom und Jod-

Zinnbromür, SnBr 2 . Aus Zinn und BrH als gelblich durchscheinende MasseSmp. 216°. Siedep. 619°. Zinnt etrabromid, SnBr 4 . Aus Zinn und Brom unter Feuer-erscheinung. Weisse Krystallmasse, Schmp. 33°, Sdp. 203°. Zerrliesslich. SnBr 6 IJ 2 -\- 8 H 2 0(Zinnbromwasserstoff) bildet Salze.

Zinnjodür, SnJ 2 . Aus Zinn und Jodwasserstofflösung. Eothgelbe Nadeln. Schmp-316°. Flüchtig. Zinntetrajodid, SnJ 4 . Aus Zinn und Jod bei 50°. Kothe, sublimirbareOctaeder. Schmp. 146°. Siedep. 295°. Verbindungen desselben mit Metalljodiden wurdennicht erhalten.

Salze des Zinns mit Oxysäuren.

Stannonitrat, Sn(N0 3 ) a , bildet sich beim Auflösen von Zinn inkalter verdünnter Salpetersäure. Zerfliessliche Krystalle erhält manbeim Autlösen des Oxyduls in Salpetersäure (1'20 specif. Gew.) und Ab-kühlen.

Stannosulfat, SnS0 4 , durch Lösen von Zinn oder SnO in wenigverdünnter Schwefelsäure, in kleinen körnigen Krystallen.

Stanninitrat Sn(N0 3 ) 4 durch Auflösen von Zinnsäure in massigconcentrirter Salpetersäure. Glänzende Schuppen. Die Lösung coagulirtbei 50».

Stannisulfat, Sn(S0 4 ) 2 . 2 H 2 0. Scheidet sich beim Einengen derLösung von gelatinösem Zinnoxydhydrat in verdünnter Schwefelsäure