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Anorganische Chemie
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Elektrische Schmelzöfen.

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Gew. 3"22; es ritzt den Rubin mit Leichtigkeit. Aeusserst beständig,unlöslich in Säuren, wird es von Luft oder Schwefeldampf bei 1000°nicht angegriffen; Chlor wirkt bei 600° nur langsam, rascher bei 1000"ein. Kalihydrat verwandelt das Carborundum bei Rothglut allmählichin Kaliumcarbonat und -silicat.

In Folge seiner Härte, die nur derjenigen des Diamants und desBorcarbids (s. d.) nach steht, ist Carborundum das vorzüglichste Schleif-mittel geworden, wirksamer als Schmirgel; man verwendet es theils inPulverform, theils nachdem man es durch Zusammenbrennen mit etwasfeuerfestem Thon in Form von Schleifstein oder Rädern gebracht hat.1896 wurden bereits 600 Tonnen Carborundum hergestellt.

Auch SiliciumVerbindungen der Metalle, SiHeide, bilden sich inmanchen Fällen durch directe Vereinigung der Componenten. So ent-stehen Eisensilicid SiFe 2 und Chromsilicid SiCr 2 als weisse, spröde,krystallinische Legirungen.

Elektrische Schmelzöfen.

Wie man einerseits im raschen Verdunsten der Gase unter ver-mindertem Druck ein werthvolles Hilfsmittel gefunden hat, das seit 1877gestattete, fast sämmtliehe Gase zu condensiren (vgl. S. 59), und wieman sich so demabsoluten Nullpunkt" bis auf ein Geringes genäherthat so ist andererseits in dem elektrischen Schmelzofen einHeizapparat construirt worden, der die höchsten bisher zugänglichenTemperaturen noch um ein Bedeutendes zu tiberschreiten gestattet undleicht eine Temperatur von ca. 3000° liefert. In diesem Ofenschmilzt und verflüchtigt sich nahezu Alles. Eine höchsteinfache Form wurde von Moissan benutzt, und besteht aus zwei übereinander gelegten Kalkplatten, deren untere eine Längsrinne hat, welchedie Elektroden aufnimmt; in der Mitte der unteren Kalkplatte befindetsich eine Höhlung von beliebiger Grösse, welche die Substanz auf-nimmt. In einem solchen Ofen erzielt man mit einem Flammenbogenvon 450 Amperes und 70 Volts eine Temperatur von ca. 3000°. BeiBenützung des Ofens sind die Leitungsdrähte auf's sorgfältigste zuisoliren und die Augen durch dunkle Gläser gut zu schützen. Im Ofenschmelzen Kalk, Strontian und Magnesia bei 2500° in kürzester Zeitund scheiden sich beim Erkalten in Krystallen aus. Bei 3000° fliesstder Kalk des Ofens selbst wie Wasser, und wird zugleich theilweise durchdie Kohle zu Calcium reducirt. Chromoxyd und magnetisches Eisenoxydschmelzen bei 2250°. Bei Anwendung starker Ströme verflüchtigen sichauch Platin, Gold, Mangan, Uran, Silicium und Kohlenstoff. Anscheinendleisten nur einige Verbindungen von Metallen mit Bor, Silicium oderKohlenstoff der Verflüchtigung bei diesen Hitzegraden Widerstand.

Ausser zur Darstellung von Carbiden, wie Calciumcarbid undSiliciden, wie Carborundum. dürfte der elektrische Ofen auch zurReindarstellung schwer schmelzbarer Metalle, wie Chrom, Wolfram u. a.technische Verwendung finden.