'XIET^
134
Chlor.
Zur Sammlung und Aufbewahrung der Säure werden Gefässe ausPlatin, Guttapercha oder Kautschuk benutzt; sie findet eine ausgedehnteVerwendung bei der Analyse der Silicate, sowie zum Aetzen des Glases,indem man dasselbe mit einer Wachsschicht überzogen und an den zuätzenden Stellen blossgelegt ihren Dämpfen aussetzt (Thermometer,Büretten, Eudiometer).
Die Volumzusammensetzung des F1H bei 100° bestimmte Gore 1869, indem ereine abgewogene Menge Fluorsilber in Wasserstoffgas auf diese Temperatur erhitzte;dabei lieferte 1 Volum Wasserstoffgas 2 Volume Fluorwasserstoff:
2 AgFl + |HH| = 2 Ag -f | F1H | + | F1H
fest 1 Vol. 1 Vol. 1 Vol.
Bei 100° entspricht somit der Fluorwasserstoff in seiner Zusammensetzung dem Chlor-wasserstoff C1H. Bestimmt man dagegen die Dampfdichte des wasserfreien Fluorwasser-stoffs bei einer dem Siedepunkt 19 - 4" näher liegenden Temperatur (Mallet 1881)von 25°, so findet man das Moleculargewicht zu ca. 40 (H 2 = 2), woraus sich ergibt,dass dem Molecül des Fluorwasserstoffs bei 30° die Formel F1 2 H 2 zukommt (H — F1=F1 — H).Später sind für tiefe Temperaturen sogar noch grössere Werthe gefunden worden(Thorpe 1888), so dass für den F1H mit höherer Temperatur ein Zerfall in einfachereMolecüle eintritt. Dementsprechend kennt man nicht nur neutrale Salze oder Fluoride,wie Fluorkalium KF1, sondern es sind auch saure Fluoride, z. B. KF1.3 F1II undKF1.2F1H (Smp. 105°) beobachtet worden.
Fluorstickatoff.
Eine solche Verbindung bildet sich, wenn man den Strom von sieben EisenChloridelementen durch eine concentrirte Lösung von Fluorammonium leitet. Am negativenPole scheiden sich alsbald Oeltropfen ab, die weit heftiger als Chlorstickstoff explo-diren und auch zu freiwilliger Zersetzung geneigt sind. Daher konnte der Körper, derAnalogie nach NF1 3 , noch nicht analysirt werden.
6. Chlor.
Cl = 35-45.
In Folge seines grossen Vereinigungsbestrebens findet sich das Chlorin der Natur nicht in freiem Zustande vor, um so verbreiteter sind da-gegen die Chlorverbindungen. Am häufigsten trifft man es als Chlor-natrium CINa an, das als Steinsalz sich im Tertiärgebirge, in derKreide- und Triasformation in mächtigen Lagern vorfindet. Diese lösensich im zudringenden Wasser auf, und es bilden sich derart Salzquellenund Salzseen (Todtes Meer, Salt-Lake in Utah, salziger See bei Eis-lcben etc.), namentlich aber enthält das Meerwasser stets eine bedeutendeMenge Chlornatrium gelöst. Das Chlor findet sich im Meerwasser auchnoch als Chlormagncsium Cl 2 Mg, lerner als Chlorkalium C1K im Syl-vin, als Chlorkalium-Chlormagnesium im Carnallit u. s. f. Bringt mansolche Metallverbindungen des Chlors, namentlich das Chlornatrium, mitSchwefelsäure zusammen, so erhält man die gasförmige Wasserstoff-verbindung des Chlors, den Chlorwasserstoff C1H, dessen concentrirtewässrige Lösung, die Salzsäure, mit Mangansuperoxyd oder BraunsteinMnO., freies Chlor liefert.