Atomistische Theorie.
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anerkannter Bedeutung für die Chemie wurde die atomistische Hypothese indessen erst,als man sie mit den Gewichtsverhältnissen, nach denen die verschiedenen Körper sichverbinden, in Zusammenhang brachte.
Experimentelle Untersuchungen in dieser Richtung mit zuverlässigen Resultatenwurden zuerst von dem sächsischen Chemiker, Carl Friedrich Wenze 1, veröffentlicht,indem derselbe die Gewichtsverhältnisse untersuchte, in denen verschiedene Basen, z. B.Kalk, Katron und Kali, sich mit Säuren verbinden. Seine „Lehre von der Verwandt-schaft der Körper, Dresden 1782- 1 enthält namentlich die genauen Bestimmungen desGevvichtsverhältnisses, in welchem eino Anzahl von Säuren sich mit verschiedenen Basenzu neutralen Salzen verbinden. Dabei setzte Wenzel die Gewichtsmengen der neutrali-sirten Säure womöglich constant = 240 (240 Gran sind V« Unze), wobei es sofort möglichist, den Vergleich anzustellen für die Gewichtsverhaltnis.se, nach denen verschiedeneBasen, z. B. Kalkerde, Natron und Kali, durch verschiedene Säuren, wie z. B. Salpeter-säure, Essigsäure, Schwefelsäure, Salzsäure neutralisirt werden. Die von Wenzel (I.e.)in allen diesen Fällen gefundenen Zahlen sind nachstehend zusammengestellt.
Es werden neutralisirt je 240 Gewichtstheile:
Salpetersäure
Essi
[gftare Schwefelsäure Salzsäure
Durch
Gew.-Theile:
Kalkerde
Natron
Kali
122%143 Vio222*/,
125157%
241%
Ver-
hältniss
wie
122»/,
154V»1 237% J
162%
190%290%
l Ver-hältnisswie
122%
143% 0
219V,
231% '
286
440%
Ver- 'hältniss
wie122%151%283% J
Ein Blick auf diese Versuchsdaten Wenzel's zeigt, dass das Gewichtsverhältnissfür Kalkerde, Natron und Kali innorhalb der Fehlergrenzen dasselbe bleibt, ob manz - B. dieso Basen nun durch Salpetersäure oder Essigsäuro neutralisirt; noch deutlichersieht man dies ausserdem für alle Fälle, insbesondere für Salpetersäure und Schwefel-säure aus den, neben den Zahlen Wenzel's eingeklammerten Umrechnungen. Wenzel'sexperimenteller Antheil an der Begründung und Entdeckung des Aoquivalcntgesetzes isthiernach ein wesentlicher und neuerdings ganz mit Unrecht in Abrede gestellt worden.
Dieso Arbeiten wurden von Richter in Berlin von 1789 bis 1802 fortgesetzt.Derselbe hat zuerstdio relativen Ge wie htsmengen, inweichen sich dieSäuren und die Basen mit einander verbinden, in Form von Reihen zu-sammengestellt; eine solche Reihe, in der dio Mengen angegeben sind, mit welchendie verschiedenen alkalischon und erdigen Basen dieselbe Quantität einer Säure, z. B.1000 Gewichtstheile Schwefelsäure, neutralisiren, nannte er Massenreihe oder Neutralitäts-reihe. Umgekehrt gab er auch solcho Reihen an für die Mengen verschiedener Säuren,durch welche ein und dasselbe Gewicht einer bestimmton Baso neutralisirt wird.
Erst 1802 wurdo es von Fischer ausdrücklich hervorgehoben, dass man alle diesoReihen zu einer einzigen Tabello vereinigen könne, welche in zwei Columnen gctheilt, alleGewichtsverhältnisse angibt, nach denen sich Basen und Säuren zu neutralen Salzen ver-binden ; es war das dio Tafel dor Aequivalentgewichte für (wasserfreie) Basen und Säuren.Ersetzt man die Zahlen von Richter durch dio viel genaueren, welche später Berze-üus angab, so hat man folgende Tafel:
Basen
Säuren
Thonerde .
. 214
Flusssäuro
134
Magnesia .
. 558
Kohlensäure .
276
Ammoniak
. 327
Salzsäure .
343
Kalk . .
. 356
Oxalsäure . .
453
Natron
391
Phosphorsäure
446
Strontian .
647
Schwefelsäure
501
Kali . .
590
Salpetersäure
677
Baryt . .
957
Essigsäure . .
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Kr äfft, Anorganische Chemie, 3. Aufl.
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