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Erweiterung der Mastdarm-Blutadern
(Hämorrhoiden, Güldader, Plilebectasia haemorrhoidalis).
Diese Krankheit wird heutzutage selten vorgetäuscht,da sie nur in höherem Grade vorhanden den Betrügerzu Hoffnungen berechtigen kann. Es hat deshalb nurgeschichtliche Bedeutung für uns, wenn Schmetzer be-richtet, dass man die Krankheit mit gefärbten Ratten-oder Fischblasen oder Vogeldärmen, die an einem imMastdarme steckenden Stabe befestigt gewesen, vorge-spiegelt hat. Diese Mittelchen verfangen bei den heutigenAerzten, die mit dem Finger und nöthigenfalls demSpiegel untersuchen, nicht mehr. Schon die Vorgeschichteder Krankheit wird Verdacht wecken, falls die sonst be-kannten Ursachen — anhaltendes Arbeiten in sitzenderKörperhaltung, Reiten etc. — vom Klagenden verneintwerden. Uebertreibt der Klagende wirklich begründeteBeschwerden, so besinnt er sich vielleicht eines Bessern,wenn ihm eine kräftige Behandlungsweise, z. B. die vonRoux empfohlene Dehnung des Afters zugleich mit Carbol-Glycerin-Injectionen, vorgeschlagen wird.
Geschlechtskrankheiten
werden ebenfalls selten vorgespiegelt. Meist thun esLeute, die in Haft sind und die Ueberführung in'sKrankenhaus anstreben, oder Kranke, die aus irgendwelchem Grunde ihren Krankenhaus-Aufenthalt verlängernwollen.
Den Tripper hat man mit Einführung eines cylin-drischen Seifenstückes oder mit Einspritzung von Seifen-lösung, den Schanker mit Verbrennung der Vorhautdurch Zündhölzer, Cigarren oder Pfeifenasche nachgeahmt.Bei der ersten Untersuchung lassen sich diese Kunst-erzeugnisse nicht sogleich von wirklichen Ansteckungs-