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Vortäuschung von Krankheiten
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sind, so sind diese Störungen meist geringfügiger undvorübergehender Art, deren wiederholte Hervorbringungdurch unverrückbare Verbände verhindert wird.

Krankheiten des Mittelohres pflegen nicht un-mittelbar sondern mittelbar durch Angriffe auf das Trom-melfell Ziel des Betrügers zu werden. Insbesondere sindes gewaltsame Durchbohrungen des Trommelfells, die denZweck erreichen lassen. Ist eine solche dem Betrügergelungen, so übt er sich bis zur Erreichung einer auf-fälligen Gewandtheit darin, durch Zuhalten der Nase unddes Mundes und durch gleichzeitiges heftiges Ausathmendie Luft durch sein Trommelfellloch möglichst hörbar aus-zutreiben. Die Untersuchung mit dem Ohrspiegel wirdmeist dem Urtheile darüber Anhaltepunkte geben, ob dasTrommelfell überhaupt durchlöchert ist, und ob es plötz-lich und gewaltsam, oder allmälig durch eine Mittelohr-krankheit Schaden gelitten hat. Unterstützt wird dieErkenntniss durch die Anwendung des Valsalva'sehenVersuchs, des Toynbee'schen Versuches, des Politzer'-schen Verfahrens etc. Bisweilen ergibt die nähere Unter-suchung, dass durch das Trommelfellloch ein (Schleim-haut-) Polyp sich zu drängen scheint. Die Vorsicht abergebietet, sich daran zu erinnern, dass auch solche vonBetrügern schon durch Einführung von Fremdkörpern, wieNierenstückchen von Kaninchen, Hoden von jungenHähnchen etc. nachgeahmt worden sind.

Die Krankheiten des innern Ohres gestatten fastimmer nur Wahrscheinlichkeits-Annahme, die sich auf dieEntstehung (Erblichkeit, Scharlach, Bräune, Pocken, Typhus,Lustseuche, Hirnseuche oder meningitis cerebro-spinalis,Verwundung, Chinin- oder Salicylsäure-Genuss), auf dieinnere Uebereinstimmung der subjeetiven Erscheinungenund auf die veränderte Kopfknochenleitung stützt.

Bewegungsstörungen.

Eine Störung des Bewegungsvermögens ist entwedereine Steigerung desselben (Krampf, Hyperkinesis), oder eine