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zur Feststellung des Fiebers benutzt, ist der Sachverhaltleicht zu klären. Allein auch dieses Hilfsmittels hat sichder Betrug bemächtigt. Der Betrüger reibt das ihm ein-gelegte Thermometer unbeobachtet an den Hemdfalten derAchselhöhle oder senkt es ruckweis, so dass die Queck-silbersäule bisweilen reisst und eine höhere Eigenwärmeanzuzeigen scheint. Dieses Verfahren kann indess nurden Zweck haben, die krankenwartende Person zu täuschen.Werden dem Arzte auffällige Eigenwärmegrade gemeldet,so wird es seine Aufgabe, das Ablesen des Thermometerszeitweise ärztlicherseits geschehen zu lassen. Bei einigerAufmerksamkeit, bei mehrmals im Laufe des Tages sichw iederholendem Ablesen und insbesondere bei der Ver-gleichung des abgelesenen Grades mit dem vorher durchden Temperatursinn der ärztlichen Hand geschätzten —eine Vergleichung, in der sich der Arzt überhaupt bei jederGelegenheit üben sollte — wird es bald gelingen, künstlicheUnregelmässigkeiten im Eigenwärmeverlaufe auf ihre wahreUrsache zurückzuführen.
Rheuma.
Das Rheuma, oder wie es der Sprachgebrauch um-ständlicher zu nennen verlangt: der Rheumatismus, istwohl die Krankheit, an die sich ein Vortäuschungs-Planam liebsten wendet. Die Erscheinungen dieser weit ver-breiteten Krankheit sind allgemein bekannt und lassensich — es handelt sich ja doch hauptsächlich um dieErscheinung der „ziehenden Schmerzen" — ohne be-sondere Kunstgriffe vorspiegeln. Hierin liegt offenbar derGrund dieser Bevorzugung.
Sind irgend welche objeetive Erscheinungen vorhanden,so ist der Verdacht auf Spiegelfechterei gegenstandslos.In vielen Fällen werden solche fehlen. Hier wird manvon Haus aus periodische Eigenwärme - Bestimmungen,Körperwägungen und Messungen der Gliedmaassen in'sAuge fassen. Entscheidend könnte eine mikroskopische