handenen Rest der salzbildenden Säure die Reaktionen des Zinks;ebenso ist es gleichgültig, ob man Salpetersäure mit Natrium-, Cal-cium-, Magnesium-, Zinkhydroxyd usw. in die entsprechenden Nitrateüberführt, denn stets geben die Lösungen dieser Salze unabhänyi^von ihren metallischen Bestandteilen die Reaktionen der Salpetersäure(bezw. der Gruppe ~NO,,).
Kennt man demnach z. B. die Reaktionen von 30 Metallen, undvon 30 Säuren in ihren Lösungen, so kann man mit denselben die900 möglichen Salze obiger 30 Säuren und Metalle (bezw. Basen)erkennen.
Dieses eigenartige Verhalten wird verständlich gemacht durchdie Theorie der Ionen oder der elektrolytischen Dissoziation.
Nach dieser Theorie zerfallen die sog. Elektrolyte (d. h. solcheVerbindungen, deren wässrige Lösung Leiter des elektrischen Stromessind, und zu denen die Säuren, Basen und Salze gehören) mehr oderminder vollständig in wässrigen Lösungen infolge des Lösungsvorgangseinerseits in mit positiver Elektrizität, anderseits in mit negativerElektrizität geladene Atome oder Atomgruppen; diese Teilmoleküle,welche in der Lösung ein voneinander gesondertes Dasein führen, be-zeichnet man (mit einem aus dem Erscheinungsgebiet der Leitung deselektrischen Stromes in Elektrolyten hergenommenen Namen) als posi-tive Ionen oder Kationen und als negative Ionen oder Anionen. -
Salzmoleküle zerfallen in Metallkationen und Säureanionen, z.B. K( Iin K-f-Cl, AgNO„ in Ag-|-N0 8 ; Säuren zerfallen in Wasserstoffkationenund Säureanionen, z.B. HCl in H + Cl, H 2 S() i in H 2 +S0 4 , Basenin Metallkationen und Hydroxylaiiionen, z.B. NaOH in Na + OH,NH 4 ~OH in NH 4 + OH. In dieser mehr oder minder vollkommenerfolgenden Spaltung in Ionen in wässriger Lösung liegt auch dieErklärung für die Beobachtung, daß in der Analyse zur Erreichunggewisser Zwecke die Wahl der Säure bezw. der Base in vielen Fällenganz beliebig freigestellt ist. Soll z. B. ein unlösliches Metallhydroxyd,etwa Zinkhydroxyd, Zn(OH) 2 , durch Säure in Lösung gebracht werden,so ist es für diesen Zweck gleichgültig, ob wir dazu Salzsäure, Salpeter-säure, Schwefelsäure oder Essigsäure gebrauchen; wollen wir beispiels-weise aus den verschiedensten Kadmiunisalzen das unlösliche Kadmium-hydroxyd Cd(OH) 2 abscheiden, so erzielen wir mit den verschiedenstenBasen NaOH, KOH, Ba(OII),, NH 4 ~OH genau den gleichen Erfolg.Im ersten Falle ist es das in allen Säurelösungen vorhandene Wasser-stoffkation, das durch Vereinigung mit der Hydroxylgruppe desZn(OH) 2 , durch Wasserbildung, den Lösungsvorgang hervorruft, imzweiten Falle ist es das in allen Basenlösungen vorhandene Hydroxyl-anion, welches mit dem in der Salzlösung vorhandenen Kadmium-kation zu dem unlöslichen CYI(OH)., zusammentritt.
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