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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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Kaliumferrocyanidlösung. Kalium ferrocyanatum. BeiBedarf ist 1 Teil Kaliumferrocyanid in 19 Teilen Wasserzu lösen.

Gelbes Blutlaugensalz, K 4 Fe(CN) 6 -f 3H 2 0 = 422,90, durch Erhitzentierischer Abfallstoffe mit Potasche unter Zusatz von Eisen, Auslaugender Schmelze und Einengen des Auszuges gewonnen, bildet grosse, hell-gelbe, luftbeständige, quadratische Säulen, löslich in 4 T. Wasser, nichtin Weingeist. Mit oxydfreien Ferrosalzen giebt es einen weissen, beiLuftzutritt rasch blau werdenden Niederschlag, mit Ferrosalzen, zu derenNachweis es dient, einen tiefblauen Niederschlag von Berliner BlauFe,! Fe(CN; R ] 3 ; ist das Ferrisalz nur in geringer Menge vorhanden, nichtim Uberschuss, so entsteht nur Blaufärbung durch Bildung von sog. lös-lichem Berliner Blau KjFe g [Fe(CN)] 4 . Die betreffenden Reaktionen sindnur in neutraler oder saurer, nicht in alkalischer Lösung anzustellen.Mit Cuprisalzen giebt es einen braunroten, mit Zinksalzen einen weissenNiederschlag, fällt auch Eiweiss. Das Salz darf weder mit verdünnterSchwefelsäure aufbrausen (Kaliumkarbonat), noch in mit Salpetersäureangesäuerter Lösung durch Baryumnitrat gefüllt werden (Schwefelsäure).

Kalium jodidlösung. Kalium jodatum. Bei Bedarf ist1 Teil Kaliumjodid in 0 Teilen Wasser zu lösen.

Das Kalium jodatum des Arzneibuchs. Bei längerem Aufbewahrenwird die Lösung durch Jodabspaltung gelblich, weshalb sie stets frischzu bereiten ist.'

Kaliumperm anganatlösung. Kalium permanganicum.1 Teil Kaliumpermanganat ist in 1000 Teilen Wasser zulösen.

Die Lösung wird nicht zu volumetrischen Zwecken, sondern meistnur als Oxydationsmittel, sowie zur Prüfung auf reduzierend wirkendeVerunreinigungen, z. B. schwefelige Säure, Brenzstoffe u. s. w., stets insaurer Lösung benutzt. Wegen Prüfung s. Kalium permanganicum; über dieVerwendung in der Oxydimetrie s. Massanalyse.

Kalkhydrat. Galcaria hydrica.

Für die Löschung mit '/g Teil Wasser in einer Porzellanschale ver-wendet man hier zweckmässig einen aus weissein Marmor gebrannten Ätz-kalk, dessen wässerige Lösung übrigens auch noch deutliche, a.ber unschäd-liche Spuren von Kieselsäure, Thonerde, Eisen und Schwefelsäure zeigt.Kasches Verbringen des lockeren, weissen Pulvers in gut schliessende Ge-fässe ist notwendig, da es sonst aus der Luft rasch Kohlensäure anziehtund dann mit verdünnter Salzsäure stark aufbraust (s. Calcaria usta),

Kalkwasser. Aqua Calcariae.

In kleinen, selten gebrauchten, halbgefüllten Gläsern aufbewahrt,wird es selten noch den vorschriftsmässigen Gehalt zeigen, man greift da-her bei der Benutzung zur Auflösung von Morphin u, dergl. besser zumgrösseren Vorratsgefässe, wenn man nicht im kleineren einen Uberschussvon Kalkhydrat absichtlich mit aufbewahrt und jeweils davon klareLösung abgiesst.

Karbolsäurelösung. Acidum carbolicum. Bei Bedarf ist1 Teil Karbolsäure in 19 Teilen Wasser zu lösen.