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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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lang, von meist etwas rauher, hell bräunlichgrauer oder gelblicher Ober-fläche, am Scheitel die Narbe der Stengelknospe zeigend (s. Text).

Die Entwicklung der Knollen geschieht ähnlich wie beim Akonitin der Art, dass sich am basalen Stengelteil der Mutterpflanze ein dieKnospe der nächstjährigen Pflanze tragender Seitenspross abzweigt, ausdessen kurzem Stengel eine Nebenwurzel (oder vielleicht zahlreiche, abermiteinander verwachsene) hervorgeht. Diese wächst infolge Ernährungdurch die Mutterpflanze zur Knolle heran; die gespeicherten Nährstoffe,wozu auch der aus Kohlehydraten bestehende Schleim gehört, sollendem an der Spitze befindlichen Knöspchen bei dessen Entfaltung imnächsten Jahre als Baustoffe dienen. Bei entwickelten Pflanzen sind des-halb die Knollen zusammengeschrumpft und infolge des Schleimverbrauehswertlos. Beim Akonit dagegen, wo es auf die Alkaloide ankommt, welchevon der blühenden Pflanze nicht wieder mit verbraucht zu werden scheinenund somit der infolge Verbrauchs der Kohlehydrate etc. einschrumpfendenKnolle verbleiben, behält die Mutterknolle ihre spez. physiologische Wirkung.

Wie bereits bei der normal gebauten Sarsaparille erörtert wurden ist,behalten die Monocotyledonen in der Regel den primären Wurzelbaudauernd bei, d. h. die Siebstränge (= Hast-, PhloSm- oder Cibralstränge)wechseln im Centralcylinder mit den Gefässsträngen (= Holz-, Xylem-oder Vasalteilen) auf der Peripherie eines Kreises miteinander ab. Vergl.S. 671. Derartige Cylinder mit abwechselnden Leitbündeln giebt es inden Wurzeln fast aller Pflanzen nur je einen. Bei der Orchisknollescheinen sich dagegen bis zu 30 solcher Gefässcylinder zu finden, wovonjeder einzelne in der Pegel di- bis tetrarch ist, also 24 Xylem- und eben-soviel mit diesen abwechselnde Phloönateile enthält. Die Cylinder selbstsind nochmals von einer Endodermia umgeben. Dieses vereinzelt da-stehende Verhalten lässt die Annahme zu, dass in der Orchisknolle nichteine einzelne Wurzel vorliegt, sondern dass in ihr 60 viele Wurzeln vor-handen und miteinander verschmolzen sind, wie sie Gefftsscylinder aufweist.

Mikroskopischer Bau: Derselbe lässt sich am besten an frisch ge-sammelten, nicht gebrühten Knollen studieren, da beim Brühen die Stärke-körner verquellen und die Droge beim Trocknen bornartig wird. Auf demQuerschnitte erkennt man teilweise noch die Epidermis nebst Wurzelhaaren.I'nter derselben liegt eine reduzierte, einschichtige Binde, auf welchedie den Centralcylinder einseldiessende Endodermia folgt. Im Central-cylinder liegen die oben erwähnten Gefftsscylinder vorwiegend an derPeripherie, doch befinden sich auch einzelne in der Mitte. Die Grundmassedes Centralkörpers, welche man also als Rindengewebe ansehen könnte,besteht im wesentlichen aus stärkeführenden dünnwandigen, fein getüpfel-ten Parenchymzellen, zwischen welchen Schleimzellen mit grossen Oxalat-krystallen eingelagert sind.

Ein Teil der Schleimzellen liegt häufig den Gefässcylindern instrahlenförmiger Anordnung dicht an, die übrigen finden sich im erwähntenl'aienchym zerstreut. Auf dem Längsschnitt zeigt sich, dass die Schleim-zellen meist in 26zelligen Zügen liegen; die einzelnen Zellen sind0,20,7 mm gross.

liezügl. der von einer besonderen Endodermia umgebenen Gefässcylinder ist zu bemerken, dass die Tracheen aus einfachen Spiral- undXetzgefässen bestehen.

Bestandteile: Schleim (bis 48 Proz.), Stärke (20 27 Proz.), Zucker1 Proz), Eiweiss (5 Proz.).

beimischunc/m: Die entschälte Zwiebelknolle von Colchicum autum-nule L. ist durch ihre braune Oberfläche, mehlige Beschaffenheit und

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