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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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Zu den Eigenschaften: Das Seignettesalz ist äusserlich leicht zu er-kennen an den grossen rhombischen Säulen; an der Luft verwittert es nursehr schwach und lösl sich nicht in Weingeist Am leichtesten undschönsten krystallisiert das Salz aus alkalischen Laugen. Säuren scheidenaus der Salzlösung Weinstein als Krystallmehl aus. Bei 100° verliert dasSalz 3 Mol., bei 130° das vierte Mol. Wasser. Beim Verkohlen auf Platin-blech entwickelt es den Geruch nach verbrennendem Zucker (Merkmal derWeinsäure) und hinterlässt einen kohligen, alkalisch-reagierenden, in Säurenaufbrausenden Rückstand, der die Flamme hochgelb färbt, (Unterschied vomKalium tartaricum, welches in allen vorher angeführten Stücken ein ähn-liches Verhalten zeigt, dessen Asche aber, wegen des fehlenden Natriums,der Flamme die schwach violette Färbung des Kaliums erteilt.)

Formel: (KNaC 4 H 4 0« + 4H 2 0) = 282,32

Prüfung: 1. 1 g wird in 10 cem Wasser gelöst, mit 5 cem verd.Essigsäure geschüttelt, dann vom ausgeschiedenen Kaliumbitartrat abgegossen,mit 15 cem Wasser verdünnt, 8 Tropfen Ammoniumoxalatlösung dürfeninnerhalb einer Minute die Flüssigkeit nicht verändern, sonst Kalk(siehe bei Tart. depur.). 2. Die (neutrale) Salzlösung (1 = 20*1 gebe keineVeränderung mit: Schwefelwasserstoff, dunkle Trübung oder Färbung:Eisen, Blei, Kupfer. 3. Die mit Salpetersäure angesäuerte (nötigen-falls von dem sich ausscheidenden Weinstein abzugiessende) Salzlösung(1 =r 20) verändere sich nicht mit: Barvumnitrat, weisse Trübung:Sulfate; sie gebe mit Silbernitrat höchstens eine Opalescenz, andernfallsübersteigt der Gehalt an Chloriden die zulässigen kleinsten Mengen.(Die Ansäuerung dient zur Verhütung der Ausscheidung von Tartraten desHaryums bez. Silbers.) 4. Entwickelt das Salz beim Erwärmen mit Natron-lauge einen stechenden Geruch, so ist der zur Darstellung benutzte Weinsteinnicht frei von Ammoniumbitartrat (saurem weinsaurem Ammonium) gewesen.

Gebrauch: Als mildes Abführmittel innerlich zu 0,52,0.

Tartarus stibiatus. Brechweinstein.

Weisse Krystalle oder ein krystallinisches Pulver. Brech-weinstein verwittert allmählich, löst sich in 17 Teilen kaltemund in 3 Teilen siedendem Wasser, ist in Weingeist unlöslichund verkohlt beim Erhitzen. Die wässerige, schwach sauerreagierende und widerlich süsslich schmeckende Lösung giebt mitKalkwasser einen weissen, in Essigsäure leicht löslichen, mitSchwefelwasserstoffwasser, nach dem Ansäuern mit Salzsäure,einen orangeroten Niederschlag.

Eine Mischung aus 1 g gepulvertem Brechweinstein und 3 cemZinnchlorürlösung soll im Laufe einer Stunde eine dunklereFärbung nicht annehmen.

Zur Blaufärbung einer Lösung von 0,2 g Brechweinstein und0,2 g Weinsäure in 100 cem Wasser sollen, nach Zusatz von2 g Natriumbikarbonat und einigen Tropfen Stärkelösung, 12 cemZehntel-Normal-Jodlösung erforderlich sein.

Vorsichtig aufzubewahren.

Grösste Einzelgabe 0,2 g. Grösste Tagesgabe 0,6 g.