vi
'&MMMtf&~B55SEBEE3m*
— 613 —
Sinigrin im schwarzen Senfe findet (im weissen Senfe scheint ein ähnlichwirkendes Ferment vorhanden zu sein). Diese Fermente können jedocherst nach dem Zerreiben und Abtöten der Zellen auf das dann in Lösunggehende Sinigrin etc. -wirken. Myrosin koaguliert bei 60° und ist dannwirkungslos, weswegen Senfpulver nicht bei zu starker Wärme getrocknet,noch mit heissem Wasser angerieben werden darf! Die Umsetzung er-folgt nach folgender Gleichung:
C 1Q H 18 KNS. 2 O 10 = S:C:X.C 3 H 5 + C 6 H I2 0 6 + KHSO.Sinigrin Allylsenföl Traubenzucker säur. Kaliumsulfat.
Allylsenföl, der Ester der isothiocyansäure mit Allylalkohol,
CH 2 = CH - CH, | OH -FTTJ N: C: S.der Hauptbestandteil des ätherischen Senföles, (weitere Eigenschaftens. dort) ist mit Wasserdämpfen leicht flüchtig; es besitzt scharfen Geruch(Unterschied vom Sinalbinsenföl des weissen Senfes). Behufs quantitativerBestimmung bringt man das Allylsenföl in weingeistiger Lösung mitwässerigem Ammoniak zusammen, wobei beide durch Addition und mole-kulare Umlagerung in Allylsulfoharnstoff = Thiosinamin übergehen.
/NH. C 3 H,
z. B.von
,NH
\\ N
)+Ag 4 S+H 2 0
Mol.
Senföl an (s. unten).
S : C : NC 3 H :> + NH 3 = S : C^
Die Sulfo- oder Thioharnstoffe werden durch Metalloxyde,ammoniakalisches Silbernitrat, leicht entschwefelt unter BildunCyanamid und schwarzem Schwefelsilber.
/NH.CoH. /NH.CaHj
S:C( + A gi O=C< (oder C
1 Mol. Ag bezl. AgNÖ 3 zeigt demnach >/ LDas Arzneibuch lässt zur ammoniakalischen Senföllösung eine bestimmteMenge Silbernitrat zufügen und nach Beendigung der Reaktion das nichtverbrauchte Silber mit volumetr. Uhodanammoniumlösung zurücktitrieren,indem es nach dem Ansäuern mit Salpetersäure das Silber als Schwefel-
Ncvansilber C^ ausfällen lässt. Als [ndikator dient Ammoniak-Eisen-
^SAgalaun. Eisen tun! IMiodan bilden erst dann das blutrote Eisenoxyd-rhodanid (C -N.S)„Fe, 3 , nachdem sämmtliches Silber abgeschieden ist.
Zur Berechnung: Wie aus dem Texte leicht ersichtlich ist, soll dasabdestillierte Senföl aus 2,5.9 Senfsamen, mit 10 ccm volum. Zehntel-Silbernitratlösung behandelt, zur Kücktitration des Silbers nicht mehr als7 2 ccm Zehntel-Normal-Rhodanidlösung erfordern: es sollen also mindestens28 ccm Zehntel-Normal-Silberlösung zersetzt sein. 100 g Senfmehl würdendemnach mindestens 112 com Silberlösung zersetzen müssen.
1 ccm Zehnte] AgN<> 3 entspricht 0,00496 g Allyl-Senföl,
11 2 ccm „ >• i! 0,555 „ _ „
Das Arzneibuch fordert also, dass das Senimehl in der vorgeschriebenenZeit und in der vorgeschriebenen Weise behandelt, mindestens 0,555 Proz.Allylsenföl entwickelt. — _
Der Ölzusatz vor der Destillation erfolgt, um das Schäumen zu ver-hüten der des Weingeistes einesteils, um das Ferment abzutöten, dann dieDestillation des Senföles zu erleichtern und schliesslich, da der Weingeistmit destilliert, den zur späterem Reaktion nötigen Weingeist zu liefern.
Bestandteile: Sinigrin = myronsaures Kalium (über dessen Zerfall(s. oben); Myrosin; keine Stärke, dagegen etwa 30 Proz. fettes Ol,