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Prüfung: Die Wurzel soll fleischig-markig sein, nicht holzig, undmit kaltem Wasser einen schleimigen Auszug geben; riecht der-selbe säuerlich oder ammoniakalisch, so ist die Wurzel verdorben; auchzeigt dann der Auszug eine stärkere gelbe Färbung. Der kalt bereiteteAuszug wird durch Ammoniakflüssigkeit schön gelb, durch Jodwasser nichtblau gefärbt; letzteres ist aber der Fall mit der erkalteten Abkochungder Wurzel. Eibischwurzel, welche aussen oder innen missfarbig oder starkverholzt ist, darf nicht zur Anwendung kommen. Nur zu häufig wird derFarbe durch Einstäuben mit Kreide nachgeholfen, was man beim Ein-weichen in kaltem Wasser und Abreiben erkennt.
Gebrauch: Als reizmilderndes Mittel bei Husten u. dgl., zu Thee-gemischen, im Aufguss (1 : 20). Da beim Kochen das Stärkemehl derWurzel zu Kleister wird und den Auszug trübt, so ist das Dekokt derWurzel mit kaltem Wasser herzustellen.
Als Zusatz zu Pillen ist Altheepulver nicht geeignet, da solche Pillenleicht steinhart und unverdaulich werden; durch Glycerinzusatz wird dieswenigstens etwas verhindert.
Radix Angelicae. — Angelikawurzel.
Das getrocknete, Blattreste tragende, bis 5 cm dickeRhizom von Archangelica officinalis, samt dessen zahlreichenWurzeln. Letztere sind bis 3 dm lang, an den Ursprungs-stellen bis 1 cm dick, längsfurchig, querhöckerig und von der-gleichen braungrauen bis rötlichen Farbe wie das Rhizom. DieWurzeln pflegen bei der in den Handel gelangenden Droge zueinem Zopfe vereinigt zu sein; sie brechen glatt. Die Breiteihrer Rinde erreicht höchstens den Durchmesser des gelblichenHolzes. Die Wurzelrinde zeigt auf dem Querschnitte radialeReihen ansehnlicher, intercellularer Sekretbehälter, welche einaromatisch riechendes und schmeckendes Sekret enthalten.
Rhizoma Angelicae cum radlclbus. Engelwurzel. — Racined'angelique. — Angeüca-root.
Stammpfianxe: Archangelica officinalis Hoffm. Engelwurz. —(Angelica Archangelica L.) — Farn. Umbelliferen.
Ein zweijähriges, bis mannshohes Doldengewächs auf Wiesen desnördlichen Europa und Asiens, zum Arzneigebrauche in Thüringen undSachsen angebaut, wo man die Wurzel im Frühling des zweiten Jahresausgräbt. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, welche die Pflanzeerst im zweiten Jahre bildet.
Zur Beschreibung: Ein fingerlanger, bis faustdicker Wurzelstock, dersich in zahlreiche Äste auflöst, weiche in der Handelsware zopfartig ver-schlungen erseheinen. Das nicht verzweigte Rhizom trägt an der Spitzenoch zahlreiche junge Blätter und Blattreste; wo die grösseren Blättersassen ist das Rhizom gekammert. Die eigentliche Wurzel ist etwasschwammig, nicht holzig; ihre Farbe ist aussen dunkelgraubraun bisrötlich, innen weiss. Auf dem Querschnitte zeigt die dicke Rinde zahl-reiche gelbe, bis 200 \>. weite Balsamschläuche in den dünkleren liast-strablen; die Schläuche sind in radialen Reihen, also strahlig geordnetund weiter als die bis 70 [i- weiten (lefässöfl'iiungen im lockeren llolzkörper.I .etzterer zeigt breite, weisse Markstrahlen und umschliesst ein lückiges Mark-