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Pilocarpinum hydrochloricum. — Pilokarpinhydrochlorid.
Weisse, an der Luft Feuchtigkeit anziehende Krystalle vonschwach bitterem Geschmacke, welche sich leicht in Wasserund Weingeist, wenig in Äther und Chloroform lösen. Schmelz-punkt 193° bis 195°. Pilokarpinhydrochlorid löst sich in Schwefel-säure ohne Färbung, in rauchender Salpetersäure mit schwachgrünlicher Farbe.
Die wässerige Lösung des Pilokarpinhydrochlorids (1=100)reagiert schwach sauer; durch Jodlösung, Bromwasser, Queck-silberchlorid- und Silbernitratlösung entstehen in ihr reichlicheFällungen; durch Ammoniakfliissigkeit und durch Kalium-dichromatlösung wird sie nicht getrübt. Natronlauge verursachtnur in der konzentrierten wässerigen Lösung des Pilokarpin-hydrochlorids eine Trübung.
Ein aus gleichen Teilen Pilokarpinhydrochlorid und Queck-silberchlorür bereitetes Gemisch schwärzt sich beim Befeuchtenmit verdünntem Weingeist.
Pilokarpinhydrochlorid soll nach dem Verbrennen einenRückstand nicht hinterlassen.
Vorsichtig aufzubewahren.
Grösste Einzelgabe 0,02 g. — Grösste Tagesgabe 0,04 g.
Pilocarpinm muriaticum. — Salzsaures Pilokarpin. — Chlor-hydrale de pilocarpine.
Darstellung: Aus dem weingeistigen oder angesäuerten Auszuge derJaborandiblätter, worin es neben Filokarpidin und Jaborin enthalten ist,wird zunächst das halbtlüssige Pilokarpin dargestellt, woraus man durchSättigung mit 10 prozentiger Salzsäure und Einengen neben Schwefelsäureunter einer Glasglocke oder im luftverdiinnten Räume das krystallisierteIlydrochlorid erhält.
Zu den Eigenschaften: Farblose, oft sternförmig gestellte Krystall-nadeln oder Blättchen, welche leichl zerfliessen. I >ie wässerige Lösung isthaltbar. Silbernitrat scheidet aus ihr Chlorsilber ab; Pikrinsäure rufteinen gelblichen, kristallinischen Niederschlag, Gerbsäure eine starkeFällung hervor. Ätzalkalien lallen nur die konzentrierte Lösung;schüttelt man dann mit Äther oder Chloroform, so entziehen dieselbendas Alkaloid und hinterlassen es beim Verdunsten als eine sirupartigeMasse, die in Wasser wie in Weingeist löslieh ist. Die farblose Lösung inSchwefelsäure färbt sich mit Kaliumdiehromat erst blau, dann smaragdgrün.
Formel: (C n H in N,(),)HCl = 244,7.
Prüfung: Ein Verbrennungsrückstand deutet auf unorganischeStoffe. Ein Gemisch aus Pilokarpinhydrochlorid und Kalomel schwärztsich beim Befeuchten mit Weingeist — durch Ausscheiden von metallischemQuecksilber. Im übrigen müssen die oben beschriebenen Eigenschaftenzutreffen, besonders die farblose Lösung in Schwefelsäure.
Aufbewahrung: In wohlverschlossenen, kleinen Gefässen.
Gebrauch: Als ein stark speiehel- und sehweisstreibendes Mittelinnerlich und anter die Haut zu 0,005-0,02. (0,02 = 5,0Fol Jaborandi.)