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welches an der Luft kaum feucht wird; ein reines Präparat ist fast geruch-los, ein unreines Pepsin riecht, zumal beim Offnen des Standgefässes, wider-lich. Ein derartiges Präparat ist stets zu beanstanden. Der Geschmackist durch einen Gehalt an Milchzucker schwach siisslich, nicht selten wegeneines geringen Kochsalzgehaltes zugleich etwas salzig. Die wässerigeLösung erscheint trübe; sie wird durch etwas Salzsäure klar, schäumt starkbeim Schütteln, wird weder durch Weingeist, noch durch Gerbsäure gefällt,und gerinnt auch nicht durch Aufkochen. Kochsalz (in grösseren Mengen),sowie Bleiessig und starker Alkohol, scheiden das Pepsin aus seiner Lösungaus. — Das Pepsin ist der die Verdauung der Albuminkörper bewirkendeStoff des Magensaftes. Zur Auflösung grosser Mengen von Eiweissstoffenist aber ausser einer zwischen 35 und 45" liegenden Wärme die Gegenwartkleiner Mengen von Salzsäure, wie sie im Magensafte sich findet, odereiner anderen Säure notwendig; zuerst gehen die Albumine in Hemialbu-mose, bezw. Syntonin oder PropeptoD, über, welche bei der Neutralisierungder Flüssigkeit sich als weisser Niederschlag ausscheidet; bei fortgesetzterEinwirkung des Pepsins wird Pepton gebildet, welches als solches zur weiterenVerwertung im Körper gelangt. — Das Pepsin verliert diese Eigen-schaft durch Erhitzen über 60°, durch Berührung mit starkemWeingeist, mit Atzalkalien und gewissen Metallsalzen. (Daher sindsolche Zusätze in den ärztlichen Verordnungen zu meiden!) Ein geringerKochsalzgehalt befördert die Eiweissverdauung sehr.
Prüfung: Bei der Prüfung handelt es sich um den Nachweis der ver-dituenden Kraft, welche gemessen wird an der Menge von (durch 10 Minutendauerndes Kochen) erhärtetem Hühnereiweiss eines bestimmten Zerklei-oerungsgrades (Stückchen unter 1 mm Durchmesser), die unter den obenangegebenen, genau einzuhaltenden Bedingungen innerhalb einer bestimmtenZeit (1 Stunde) in saurer Flüssigkeit gelöst wird. Man nimmt die Prüfungam besten in einem hohen, weithalsigen Glase mit eingestelltem, zugleichals Rührstab dienendem Thermometer vor. Die Forderung, dass 1 TeilPepsin 100 Teile Eiweiss verdauen bezw. lösen soll, ist eine sehr massige undwird von jeder guten Handelssorte erfüllt; ein solches Pepsin heisstlOOprozentig, ein löOprozentiges ist keine Seltenheit. Zur genaueren Be-stimmung der verdauenden Kraft verwendet man einen Uberschuss vonEiweiss, und wägt den nach einer bestimmten Zeit (5 bis 6 Stunden) ver-bleibenden Rückstand nach dem Abfiltrieren und Trocknen (gekochtes Ei-weiss giebt durchschnittlich 13,5 l'roz. Trockensubstanz). Stichhaltige Ver-gleiche lassen sich aber nur dann ziehen, wenn man absolut gleiche Gewichts-teile aller Substanzen verwendet, da kleinere Mengen Pepsin verhältnis-mässig grössere Mengen Eiweiss lösen; auch der Kochsalzgehalt der Prä-parate ist in Betracht zu ziehen. Man kann ferner nach 16stündiger Digestionverlangen, dass 10 cem des Filtrates durch 1 cem Salpetersäure nur schwachgetrübt werden, die Umwandlung des Eiweisses in Pepton also durchgeführtund nicht auf der Stufe der durch Salpetersäure fällbaren Hemialbumosestehen geblieben ist.
Gebrauch: Bei Verdauungsschwäche innerlich, zu 0,15 bis 0,60, nachden Mahlzeiten.
Phenacetinum. — Phenacetin.
Farblose, glänzende Krystallblättchen, ohne Geruch und ohneGeschmack. Schmelzpunkt 134° bis 135°. Phenacetin löst sichin 1400 Teilen kaltem Wasser und in etwa 70 Teilen siedendem
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