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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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weisse, undurchsichtige, spröde, gelbwerdende Masse; nach völligem Ver-jagen des Wassers verbleibt das gelbe Harz oder Gallipot, Resina flavavel citrma, welches schliesslich beim weiteren Schmelzen in Coloph oniumübergeht. Vergl Terebinthina. In Russland, Polen und Schwedenscheinen die besseren Terpentinsorten von l'inus silvestris in der Regelnicht auf Ol verarbeitet zu werden. Aus den geringeren Sorten, den Ab-fällen der I lai "/.bereitling, sowie aus dem beim Anfange der trockenenDestillation von Kienholz und Wurzeln erhaltenen gelblichen, dickflüssigensog. weissen Teer wird durch Destillation mit Wasser ein gelb gefärbtes,unangenehm riechendes Terpentinöl, K i enöl, auch russisches oder deutschesTerpentinöl genannt, gewonnen,

Handelssorten und Stammpflanzen: Amerikanisches Terpentin-öl, auch ,,englisches" genannt, stammt von Pinus palustris Still. (P.australis Micbaux) und Pinus Taeda L. Beides sind 20-25 m hoheBäume des östlichen Nordamerikas, deren Nadeln zu dreien stehen (beiden europäischen Pimisarlen meisl zu zweien). Für Norddeutschlandkommt dieses Ol fast ausschliesslich in Betracht; es wird dort auch meistan Stelle des französischen Öles abgegeben und bat das russische oderdeutsche < >1 so vollständig verdrängt, dass letzteres nicht einmal mehr anKredit wünschende Maler abzusetzen ist. Es besteht im Wesentlichenaus Rechts-Pinen.

Französisches Terpentinöl von Pinus Pinaster Soland(P. maritima Lam). Die Strandkiefer findet sich im ganzen Mittelmeer-gebiete und im südwestlichen Frankreich; besonders im letzteren Gebiete,wo diese Kieler grosse Waldungen bildet, wird die Gewinnung des Ölessystematisch betrieben. Hauptbestandteil: Pinks-Pinen. Das französischegilt als das feinste Terpentinöl.

Weniger in Betracht kommen folgende Sorten:

Österreichisches Terpentinöl von Pinus Larioio I'.; eben-falls Pinks-Pinen, dem vorigen Ole ähnlich.

Russisches, polnisches., (auch deutsches Ol genannt),finnisches und schwedisches Öl stammt von Pinus silvestris L.Diese Sorten sind, wie die amerikanischen, rechtsdrehend und bestehen auseinem Gemisch von Rechts-Pinen, Sylvestren, Dipenten und Ovmol. Sieenthalten mehr harzige Bestandteile, riechen unangenehm und stehendeshalb hinter den vorigen Ölen weit zurück.

Seltener ist das angenehm wacholderartig riechende v en eti an ischeTerpentinöl von Larix deeidua Mill.

Aus den Nadeln oder auch den jungen Trieben und Zapfenwerden folgende feine, zu Parfümeriezwecken (Tannenduft) dienende Ölegewonnen:

Latschenkiefer- oder Krummholzöl (Oleum Pini Pumilionis)von l'inus Pumilio II. Ungarn und Alpen.

Pich ten nadelöl von der Fichte (Rottanne, Picea).

Kdelt annenöl von Abiesarten.

Waldwollöl (Ol. Bini silvestris) aus Kiefernadeln. (Die nach demKochen zerfaserten Nadeln liefern die Waldwolle, Lana Pini silv.)

Zu den Eigenschaften: Ein dünnflüssiges, neutrales, ätherisches Ol,welches sich in Wasser kaum auflöst und auch in schwachem Weingeistschwierig löslich ist. 1 cem Terpentinöl löst sich in 1-—2 cem Weingeistvom spez. Gew. 0,820, in 3 — 6 cem vom spez. Gew. 0,830, in 7-10 ermvom spez. Gew. 0,850. An der Luft verdickt es sieh allmählich (verharzt),wird dann spezifisch schwerer (bis 0,90) und nimmt eine gelbliehe Farbeund saure Reaktion (infolge der Bildung von Ameisen- und EMigtfure) an.

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