Druckschrift 
Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
Entstehung
Seite
434
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

434

liehen Generationen, d. h. die Pflanzen, die als Bärlappe bezeichnet werden.Diese sind, wie L. clavatum, mehrjährige Kräuter. Der Stengel derselbenkriecht weit über den Boden hin, verzweigt sich gabelig in aufrechteSeitenäste und ist dicht mit kleinen pfriemlichen Blättchen besetzt. DieSporangien tragenden Blättchen sind in dichten ährenförmigen Ständenangeordnet. Die Ähren stehen zu 2 oder mehreren am Ende aufrechterZweige. Die einzelnen Blättchen derselben (Sporophylle) sind breit schuppen -förmig, lineal zugespitzt und tragen am Grunde ihrer Oberseite ein grosses,einfächeriges, nierenförmiges, durch einen Querspalt muschelförmiges auf-springendes Sporangium mit zahlreichen Sporen, den Bärlappsamen. DasSporangium nebst Sporen entsteht ungeschlechtlich aus Zellen des Blattes.Die Sporen wachsen erst zum geschlechtlichen Vorkeim aus (s. oben).

Lyeopodium clavatum ist in Mittel- und Nordeuropa auf Heidenstellenweise häufig, auch in Bergwäldern; es ist seine von den anderenArten der Gattung Lyeopodium durch seine, auf einem längeren Stiele zu 2stehenden Ähren unterschieden. Man gewinnt die Sporen durch Aus-dreschen und Absieben der Ähren.

Zur Beschreibung: Die Bärlappsporen stellen ein höchst feinesPulver dar, welches unter dem Mikroskop bei stärkerer Vergrösserung ausdreiseitig-pyramidalen, tetraederähnlichen Zellen mit deutlich netzartig ge-rippten Flächen besteht. Auf dem Wasser schwimmt das Pulver, ohnesich zu benetzen; zuvor unter Zusatz weniger Tropfen Wasser stark ge-rieben, nimmt es das Wasser an, sinkt auch beim Kochen darin unter,da sein spezifisches Gewicht = 1,062 ist. In eine Flamme geblasen, ver-brennt es prasselnd (Blitzpulver, feuergefährlich!), aber ohne Rauch undGeruch.

Bestandteile: Fettes Ol. (Wirkt wohl vorwiegend mechanisch.)

Prüfung: 1. Beimengungen von Blütenstaub der Kiefer undHaselstaude erteilen dem Bärlappsamen eine mehr schwefelgelbe Farbeund sind durch ihre sehr abweichende Formen (seitliche Anhänge) mittelsdes MiUroskopes leicht zu entdecken. 2. Zur Entdeckung der übrige"Verfälschungsmittel schüttele man eine kleine Messerspitze voll Bärlapp-samen mit mehreren cem Wasser; während der Bärlappsamen sich auf derOberfläche desselben sammelt, sinken Stärkemehl, Schwefel, Sand,Gips darin zu Boden und können leielit mikroskopisch erkannt werden.Schüttelt man den Bodensatz mit Jodwasser, so färbt sich etwa vorhandenesStärkemehl violettblau. 3. Man schüttelt eine i\lesserspitze voll mitmehreren com Chloroform; darin sinken mineralische Beimengungen unter.Man nimmt in solchem Falle eine Veraschung im Platintiegel vor. Sandund Gips bleiben hierbei zurück und erhöhen die Aschenmenge, welchevon reinem Lyeopodium nur 4 Proz. beträgt. Beigemengter Schwefelgiebt sich beim Verbrennen der Probe an dem ihm eigenen stechendenGeruch leicht zu erkennen; beim Schütteln des Lycopodiums mit Schwefel-kohlenstoff löst sich Schwefel in dem letzteren auf.

Gebrauch: Innerlich gegen Blasenkatarrh in Latwerge oder Schüttel-tnixtur (1030:100); äussernd] zum Aufstreuen auf wunde I lautstellen;zum Bestreuen von Pillen. in Kisengiessereien zum Bestreuen der Formen.

Magnesia usta. Gebrannte Magnesia.

Weisses, leichtes, feines, in Wasser fast unlösliches Pulver.Gebrannte Magnesia löst sich in verdünnter Schwefelsäure zueiner Flüssigkeit, welche, nach Zusatz von Ammoniumchlorid-