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röhre entstellt zuerst ein gelbes, später rot werdendes und dar-über ein weisses, aus nadelförmigen Krystallen bestehendesSublimat.
Die wässerige, neutrale Lösung (1 = 20) soll beim Ver-setzen mit einigen Tropfen Silbernitratlösung einen Niederschlagnicht geben. Bei vorsichtigem Erhitzen im Probierrohre sollQuecksilbercyanid sich vollständig verflüchtigen.
Sehr vorsichtig aufzubewahren.
Grösste Einzelgabe 0,02 g. — Grösste Tagesgabe 0,06 g.
Cyanquecksilber. Merkuricyanid. •— Cyanide de mercitre. —Cyanide of mercury.
Darstellung: 1. Man kocht 2 Teile Berlinerblau mit 1 Teil gelbem(auf nassem Wege bereitetem) Quecksilberoxyd und 10 Teilen Wasser, bisdie blaue Farbe verschwunden ist, filtriert und dampft nur Krystallisationein. (Bei einem Eisengehalte des Piltrates werde es zur Trockne verdampft,der Rückstand mit Wasser ausgezogen und die Lösung wieder zur Krystal-lisation gebracht.) — 2. Man leitet das aus 4 Teilen gelbem Blutlaugen-salz, 2 Teilen konz. Schwefelsäure und 4 Teilen Wasser entwickelte Blau-säuregas in 25 Teile destilliertes Wasser, worin man 2 Teile gelbes Queck-silberoxyd verteilt hat, filtriert die Lösung und dampft sie zur Krystal-lisation ab.
Zu den Eigenschaften: Das Quecksilbercyanid ist ein farbloses Salzvon starkem, widerlichem Metallgeschmack, höchst giftig (Gegengift: hy-dratisches Schwef'eleisen mit Magnesiahydrat) und beim Erhitzen voll-ständig flüchtig, in Quecksilber und Cyan zerfallend. Nimmt man dieErhitzung in einem Probierröhrchen vor, so verdichtet sich der Queck-silberdamrn im oberen Teile desselben zu einem grauen Beschläge«Schwefelwasserstoff zerlegt die Salzlösung, schwarzes Schwefelquecksilber ab-scheidend; Blausäure befindet sich dann in der Flüssigkeit. Ätzalkalienscheiden kein (^uecksilberoxyd, Silbernitrat kein Cyansilbcr aus. Wirdein Gemenge von Cyanquecksilber mit .Jod im Reagiercylinder gelindeerhitzt, so bilden sich zwei Sublimate: gelbes, später rot werdendes Queck-silberjodid und darüber weisses Jodcyan Hg(CN)j-f-4J = HgJ„ -j- 2CN.J.
Formel: HgCN), = 2r.2.:iS.
Prüfung: 1. Die mit Salpetersäure schwach angesäuerte wässerigeLösung darf durch Silbernitrat nicht verändert werden, — weisse Trübungzeigt Quecksilberch lorid an. — 2. Die Iteinheit des Salzes von fremdenMetallen geht aus seiner völigen Flüchtigkeit beim Erhitzen hervor.Wegen der grossen Giftigkeit der Dämpfe nehme man diese Prüfung imFreien vor und benutze nur einige cg des gepulverten Salzes; man er-hitze vorsichtig, da es bei raschem Erhitzen heftig explodiert, und zwarauf Porzellan, weil Platin dabei Schaden leiden kann.
Gebranch: Gegen Syphilis u. a, wie Quecksilberchlorid.
Hydrargyrum oxydatum. — Quecksilberoxyd.
Gelblichrotes, kristallinisches, feinst geschlämmtes Pulver.Quecksilberoxyd ist in Wasser fast ganz unlöslich, in ver-dünnter Salzsäure oder Salpetersäure leicht löslich, beim Er-hitzen im Probierrohre unter Abscheidung von Quecksilber flüchtig-