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Gossypium depuratum. — Gereinigte Baumwolle.
Die weissen, entfetteten Haare der Samen von Gossypium-Arten
Gereinigte Baumwolle soll von harten Flocken und braunenSamenteilen frei oder fast frei sein.
Mit Wasser durchfeuchtet, soll sie Lackmuspapier nichtverändern.
Der mit siedendem Wasser bereitete Auszug (1 = 10)darf durch Silbernitrat-, durch Baryumnitrat- oder Ammonium-oxalat-Lösung höchstens opalisierend getrübt werden. Die in10 Teilen des Auszuges, nach Zusatz von einigen TropfenSchwefelsäure und 3 Tropfen Kaliumpermanganat-Lösung, ent-stehende Botfärbung soll innerhalb einiger Minuten nicht ver-schwinden.
Wird gereinigte Baumwolle auf Wasser geworfen, so sollsie sich benetzen und sofort untersinken.
100 Teile gereinigte Baumwolle sollen nach dem Verbrennennicht mehr als 0,3 Teile Asche hinterlassen.
Stammpflanzen: Gossypium herbaceum L., G. arboreum L.,G. hirsutum L., G. Barbadense L. — Farn. Malvaceen.
In den Tropenländern einheimische und daselbst (vorwiegend inIndien und Amerika) angebaute Kräuter und Sträucher, z. T. 2—3 m hoch,mit gelappten, handnervigen Blättern und einzeln stehenden, grossen,gelben oder purpurnen, özähligen, unterständigen Blüten (3blättengemAussenkelch, 5, durch Teilung scheinbar vielen, zu einer Röhre ver-wachsenen Staubgefässen). Die Frucht bildet eine 3—5fächerige, bei derKeife aufspringende Kapsel mit vielen kugeligen Samen. Die Epidermisder Samen besteht aus derbwandigen Zellen, von denen viele ohne Haar-bildung bleiben, viele in ganz kurze 1—2 mm lange, wiederum andere in2—5 cm lange und 0,4 mm breite Haare auswachsen. Diese letzteren(sog. Samenwolle) sind lange, dünnwandige, einzellige, lufterfüllte (daherweisse) Haare, welche sich beim Eintrocknen schraubenförmig drehenund mehr oder weniger bandförmig zusammenfallen. Diese mittelsMaschinen von den Samen losgerissenen, also an einem Ende offenenHaare kommen als Rohbaumwolle in den Handel. Bemerkenswert ist, dasssie in der Mitte am breitesten sind und sich nach beiden Enden zuverschmälern.
Zu den Eigenschaften: Die Baumwolle stellt unter dem Mikroskoplanggestreckte, bandartige, flachgedrückte und oft korkzieherartiggedrehte Zellen dar. Sie ist löslich in ammoniakalischer Kupfersulfat-lösung. Befeuchtet man die Probe zuerst mit Jodjodkaliumlösung, dannmit verdünnter Schwefelsäure, so färbt sie sich blau. Die Leinenfaser undHanffaser verhalten sich gegen Jodlösung ebenso, erscheinen aber unterdem Mikroskope als walzenrunde Fadenzellen. Die gleichfalls stielrunde•Jutefaser färbt sich jedoch mit Jodlösung und verdünnter Schwefelsäuretiefgelb. Die Baumwolle wird bei ihrer mechanischen Reinigung g^obn-Hch eingefettet und nimmt dann nicht sofort Wasser an. Man entfettetsie daher mittels Soda oder Benzin zum Zweck der Benutzung als Ver-