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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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drei Gummiharze liefernden Umbelliferen (also ausser obigen Ferula Asafoetida und Narthex sowie Dorema Ammoniacum) stehen systematisch sehrnahe. Alle Arten besitzen stark vom Rücken her zusammengedrückteFrüchte mit flachfugigem Endosperm, ähnlich den Früchten unseres Bären-klau oder des Pastinak. Als Zentralfundstelle für alle Arten können dieWüsten und Gebirge Persiens angegeben werden. Das auch bei Ferulagalban. in schizogenen Sekretbehältern entstehende Gummiharz tritt teilsfreiwillig am unteren Stengel alsThränen" aus, teils wird es durch Ab-schneiden des Stengels über der Wurzel und Sammeln des aus der Wurzelaustretenden Milchsaftes (ähnlich wie bei Asa foetida) gewonnen.

Zur Besehreibung: Dem Ammoniakgumini sehr nahe verwandt, unter-scheidet sich das Galbanum durch die grünlich-gelbe oder bräun-liche F'irbung und den gelblichen Bruch, der niemals, wie bei jenem,milchweiSH erscheint. Das Galbanum kennzeichnet sich durch die demUmbelliferon zukommenden Reaktionen. Analog der im Text angegebenenSalzsäure-Ammoniakreaktion färbt es auch konz. Schwefelsäure dunkel-rotbraun und giebt damit eine tief blutrote Lösung, welche bei starkerVerdünnung mit Wasser und Zusatz von etwas Ammoniak blau fluores-ziert. Ammoniacum, welches kein Umbelliferon besitzt, giebt beide Reak-tionen nicht (vergl. dort). Galbanum löst sich nur teilweise in Wasser,damit eine Emulsion gebend, auch nur teilweise in Weingeist (s. im Text).

Handelssorten: 1. Galbanum in granis, erbsen- und haselnuss-grosse, bräunlich- oder rötlichgelbe Körner, wachsglänzend; bald lose,meist aber klumpenweise verbunden. 2. Galbanum in niassis, form-lose Klumpen von grünlichgelber oder bräunlicher Farbe, in denen obigeKörner eingebettet liegen. Nur eine körnerreiche Sorte ist anzuwenden,nicht eine mit Sand, Pflanzenresten u. dgl. stark vermischte, worüber dasneue Arzneibuch genauere Vorschriften giebt.

H<standteile: 8 und mehr Proz. ätherisches Ol (welches vorwiegendaus dem auch im Stinkasant vorkommenden Sesquiterpen, Cadinen C»Hj 4neben kleineren Mengen Terpen C, n H lf) besteht); 0,25 Proz. freies Um-belliferon; 6070 Proz. amorphes Harz, welches bei der Verseifung mitverdünnter Schwefelsäure etwa 20 Proz. Umbelliferon liefert; 2024 Proz.Pflanzenschleim, Gummi.

Umbelliferon ist das Anhydrid einer Dioxyzimtsäure.

rOH fOH

C 6 11 5 .CH=CHCOOH; C 6 H.J0H

-OH

(Uli

,=c»hJo-

lCH = (

i5 l(JH=CH-COOH ' ' 5 VcH = CHCO

Zimtsäure Dioxyzimtsäure- Umbelliferon

UmbellasäureBeim Schmelzen mit Kalihydrat liefern die drei Gummiharze Re-sorcin (Dioxybenzol 1:8).

a fi , i \ ,\ Vgl. das bei Ammoniacum hierüber Mitgeteilte.

Mit gutem Erfolg lässt sich das Galbanum auf nassem Wegereinigen. Man erweicht 6 Teile Gummiharz in einem emaillierten Eisen-kessel im Dampfbade unter Kneten mit einer Holzkeule zu einer gleich-förmigen Masse, giebt 2 Teile Weingeist hinzu und reibt die Mischungdurch einen feinen metallenen Durchschlag; der Rückstand wird nochmalsmit 1 Teil Weingeist in der Wärme behandelt und durchgerieben. Diegesammelte breiförmige Masse läset man absetzen und dampft sie dannHn Dampf bade soweit ein. bis eine Probe nach dem Erkalten spröde er-scheint, worauf man sie zu Pulver zerreibt. (Ausbeute im Mittel 70 Proz.)

Gebrauch: Wie bei Ammoniacum.