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stehenden, sonst ebenfalls nackten Blüten von einem napfförmigen Deck-blatt gestützt, da dieses auch an den Seiten mit dem Kolben verwachsenist. Die Früchte des schwarzen Pfeffers bleiben ungestielt.
Beschreibung: Die vor der Keife gesammelten, kugeligen, bis 5 mmDurchmesser erreichenden Früchtchen, deren saftige Äussenschicht ein-getrocknet und netzig-runzelig geworden ist. Die dunkelgraubraune, 0,25 mmdicke Fruchtwand ist in ein gegen 4—10 mm langes, kaum 1 mm dickesStielchen ausgezogen; das Stielchen ist also ein Teil der Fruchtwandund deshalb nicht ablösbar. Diese aussergewöhnliche Stielform ist füreinige Piperarten sehr bezeichnend. Unter der eingetrockneten Fleisch-schicht liegt die dünne, zerbrechliche Steinschale mit 1 Samen, der nuram Grunde mit der Fruchtschale verbunden und meist zu einer unförm-lichen schwarzen Masse eingeschrumpft ist, während er bei der aus-gereiften Frucht plattkugelig, glatt und glänzend braun erscheint. Kubebenschmecken durchdringend gewürzhaft, nicht scharf, aber etwas bitter-lich. — Die Stiele des Fruchtstandes sind zu beseitigen.
Mikroskopisches Bild: Zu der aus den 3 bis 5 (entsprechend denNarbenlappen) verwachsenen Karpellblättcrn entstandenen Fruchtwand derSteinfrucht, dem Pericarp, gehören folgende Teile : 1) Die aus tafelförmigenZellen bestehende Epidermis nebst einer direkt darunter liegenden dünnenSchicht von würfelförmigen, grob getüpfelten Steinzellen. (Diese Stein-zellenschicht ist bei den unreifen Früchten nicht immer vollständig vor-handen.) 2) Die ursprünglich fleischige Mittelschicht (Mesocarp)*) welcheaus grossmaschigem, zartwandigem Parenchym besteht Ungefähr in derMitte dieser Schicht, etwas mehr nach innen zu, befindet sich eine Zoneaus zusammengefallenen Parenchymzellen. Dieser Zone sind die Gefässeeingelagert, während die äussere und innere Schicht des grosszelligcnParenchyms von Olschläuclien durchzogen wird. 3) Die Hartschicht(Steinschale oder Endocarp) besteht aus 2 bis 3 Lagen grösserer, in radi-aler Richtung gestreckter Steinzellen.
Im Inneren der Steinscbale befindet sich erst der Same, der bei derunreifen Droge meist zu einer schwarzen, unansehnlichen Masse zusammen-geschrumpft ist. An ausgereiften Samen (die möglichst nicht vorhandensein sollen) ist zunächst die aus den Integumenten hervorgegangene Samen-schale (bestehend aus einer äusseren, etwas dickeren und einer inneren,braunen Inhalt führenden Zellschicht) zu erkennen. Der an der Spitzebefindliche Embryo ist sehr klein; auch das ihn direkt umgebende, zuseiner ersten Ernährung dienende Endosperm besteht nur aus wenigenZellen. (Das Endosperm entwickelt sich neben der eigentlichen Eizelleim Embryosack.) Dagegen ist das ebenfalls zur Ernährung des Keimlingedienende laus dem Knospenkerngewehe hervorgegangene) Perisperm mäch-tig entwickelt. Es besteht aus zartwandigen, zusammengesetzte Stärke-körner fuhrenden Parenchymzellen. Zwischen diesen Speicherzellen lindensich zahlreiche Olzellen, ähnlich denjenigen des I'cricarps. Je mehrÖlzellen als Stärkezellen, desto besser die Droge. Da sich nun diebarenchymzellen erst bei der Keife mit Stärke füllen, die Olzellen aberPereits in der unreifen Frucht vorhanden sind, so wird die unreife Fruchtprozentisch mehr Ol und Harz enthalten und deshalb kräftiger wirken.
Bestandteile: Ätherisches Öl, C, 5 II !4 (9 bis 14 l'roz.); Kubebin (demPiperin ähnlich, jedoch keinen Stickstoff enthaltend und deshalb kein
*) Die in der Hegel aus Carpellblättera entstandene Fruchtwand-Pericarp zeigt häufig 3 Schichten: Aussen-, Mittel- und Innenschicht (=Kpicarp, Mesocarp, Endocarp).