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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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grüne Mittelrinde, welche bei der Wurzelrinde stets gelb erscheint. Sieist ebenso wirksam, wie die letztere, und bildet mit der Kinde der dickerenÄste die weitaus überwiegende Menge der Granatrinde des Handels, derenschönste Sorte aus Algier kommt — Querschnitt: Unter einer ziemlichdicken Korkschicht liegt die Mittelrinde, welche in eine starke Bastschichtübergeht; letztere bildet die Hauptmasse der Rinde und erscheint grünlich-gelb, kleingefeldert, nicht strahlig gestreift.

Mikroskopisches Bild: Die Stammrinde bildet bereits im ersten JahreKork, durch welchen der äussere Teil der primären Rinde nebst den nurin diesem Rindenteile enthaltenen Sklerenchymfasern abgestossen wird.Von der primären Rinde bleibt infolgedessen nur die innerste Zelllage deszurtwandigen Parenchyms erhalten. Die korkbildende Schicht, dasPhellogen,entstammt selbstredend auch dem primären Rindenparenchym. Die Kork-zellen sind auf der dem Holze zugelegenen Seite stark verdickt. Die Lenti-cellen sind bei älteren Rinden sehr langgestreckt; sie sind, wie gewöhnlich,schichtweise zusammengesetzt aus dünnen Korkhäutchen und aus abge-rundeten Korkzellen (Füllgewebe, welches durch die Korkhäutchen zu-sammengehalten wird). Das Phellogen scheidet sich bei der Stammrindenach innen zu reichlichem Phelloderm ab, dessen zartwandige Zellen Chlo-rophyll und Stärke führen.

Die sekundäre Rinde besitzt Markstrahlen, welche ein, selten zweiZellen breit sind. In den zwischen den Markstrahlen liegenden Rinden-strängen (= Bast- oder Phloemteil) finden sich keine Bastfasern. Aufdem Querschnitte wechseln im Phloemteile regelmässige Tangentialreihen'juadratischer, je eine Oxalatdruse enthaltender Zellen mit von Markstrahlzu Markstrahl also gleichlaufenden Querbinden von stärkeführenden Paren-chymzellen ab. Letzterem parenehymatischen Gewebe sind die Siebröhreneingelagert. Auf dem Längsschnitt sieht man, dass die drusenführendenOxalatzellen in langen, beiderseits spitz endigenden Zellzügen (sog. ge-kammerten Krystallschläuchen) zusammengestellt sind. (Diese Schläuchesind also ähnlich gruppiert wie die Sklerenchymfasergruppen an gleicherStelle bei Cort. Frangulae und Cort. Quercus.)

In älteren Rinden bilden sich in der primären und der daran stossendena lso ältesten sekundären Rinde einige parenehymatische Zellen zu feingeschichteten Steinzellen, den Sklerenchymzellen des Textes, um. DieRinde ist also sehr charakteristisch gebaut. Das Fehlen der Bastfasernmacht den glatten Bruch erklärlich.

Die Wurzelrinde unterscheidet sich durch das Fehlen des Chloro-phylls und durch die geringe Kntwickelung der Phellodermschicht, sodass"ie Markstrahlen bis fast zur Korkschicht reichen. Die Steinzellen liegenSämtlich im Phloemteil.

Bestandteile: Punicin (identisch mit Pelletierin), ein flüssiges Alkaloid-neben Isopunicin, Pseudopunicin und Methylpunicin — die beiden ersterensind die wirksamen Bestandteile; —Granatgerbsäure, welche die gelbe Farbe"er Lösung und den tiefblauen Niederschlag mit Eisenchlorid bedingt;wanatin, ein Bitterstoff. — Neben den normalen Salzen enthält die Rindesoviel Calciumoxalat, dass über 16 Prozent Asche verbleiben. — Punicinbesitzt die Formel C S H 15 N0.

Bestimmung des Älkaloidgehaltes: Unter Berücksichtigung des beiT°io Cninae Gesagten ist dem Texte nichts weiter hinzuzufügen. AlsIndikator dient hier Jodeosinlösung. Säure und Lauge sind unter gleichenBedingungen, also unter Verwendung von Jodeosin und Äther, einzustellen.JJas Arzneibuch fordert mindestens 0,413 g Alkaloide, was sich aus folgenderBerechnung ergiebt:

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