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eingetrocknet, einen kaum gelblich gefärbten Eiickstand, welchernach dem Erkalten beim Übergiessen mit weingeistiger Kali-lauge eine violette Farbe annimmt.
Die wässerige Lösung des Atropinsulfats (1 = 60) soll durchNatronlauge, nicht aber durch Ammoniakflüssigkeit getrübt werden.Schwefelsäure soll es ohne Färbung lösen; auch nach Zusatzvon etwas Salpetersäure soll sich diese Lösung nicht färben.
Atropinsulfat soll nach dem Verbrennen einen Rückstandnicht hinterlassen.
Sehr vorsichtig aufzubewahren.
Grösste Einzelgabe 0,001 g. — Grösste Tagesgabe 0,003 q.
Schwefelsaures Atropin. — Sulfate d'atropine. — Sulphate of atropin.
Darstellung: Dieselbe, nur fabrikmässig, hat sieh völlig umgestaltet,seit man weiss, dass in der Belladonna hauptsächlich llyoscyamin enthaltenist, welches erst bei der Verarbeitung auf AlkaloYd grösstenteils in Atropinübergeht. Aus Belladonnawurzel, sowie aus Stechapfelsamen werden wein-geistige Auszüge bereitet und denselben nach Zusatz von Alkalien durchgeeignete Lösungsmittel, wie Chloroform, Amylalkohol, die Alkaloide ent-zogen, worauf das beim Verdunsten zurückbleibende Rohatropin durchUmkrystallisiercn aus Weingeist möglichst von Hyoscyamin und Hyoscinbefreit wird. Den besten Anhaltspunkt für Reinheit bietet der Schmelz-punkt von 115,5°; ein derartiges reines Atropin wird dann durch Lösenin mit 10 Teilen absolutem Alkohol verdünnter Schwefelsäure in Sulfatübergeführt und letzteres durch Überschichten dieser Lösung mit Ätherkrystallinisch ausgeschieden.
Zu den Eigenschaften: Das Atropinsulfat bewirkt die Erweiterung derPupille, selbst wenn es in sehr verdünnter Lösung (1 = 1000) ins Augegebracht wird. |1 1 yoscyamin wirkt ebenso.! Der Geschmack ist selbst ingrosser Verdünnung (1 = 1000) anhaltend kratzend und zugleich bitter.Wenn man Atropinsulfat auf Platinblech erhitzt, stösst es einen weissenDampf von höchst eigenartigem Blumenduft aus, der sich am deutlichstenWahrnehmen lässt, wenn man das Zimmer von aussen betritt. Es sublimiertZ| 'iu Teil unzersetzt. Ätznatronlauge trübt nur starke AtropinlösungenWeiss, ein Uberschuss löst aber den Niederschlag wieder auf. Die Lösungin 60 Teilen Wasser wird durch Bromwasser rotgelb gefällt.
Formel: (C n H 23 N0 3 ) 2 H 2 S0 4 = 676,56.
Prüfung: 1. Auf Platinblech erhitzt, darf ein Körnchen Atropinsulfatkeinen Rückstand lassen, — Rückstand: unorganische Stoffe. —2- Das Atropinsulfat miiss sich in Wasser klar lösen; diese Lösung darfLackmuspapier nicht röten, — Rötung: freie Säure; noch durch Ammoniaksich trüben, — Trübung: fremde Alkaloide. — 3. Ist die Lösung inSchwefelsäure zuerst gelb, dann braunrot und violettrot, so kann Aconitin?ugegen sein, wenn grünlichgelb schillernd, dann in rot übergehend -Veratrin; ist sie farblos und wird durch Salpetersäure rot, so deutet<ues auf Brucin; wird sie durch etwas Braunstein violett, so spricht diesJ ür Strychnin; wird sie dadurch braun, für Morphin.
Gebrauch: In Augentropfen (0,05—0,10 : 10,0) zur Erweiterung derf.upille; innerlich und subkutan bei Krämpfen und Nervenschmerzenbis zu 0,001.