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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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Die Verseifungszahl lässt das Arzneibuch bei Balsamum Peruvianummindestens 224,6), Oleum Lavendulae (mindestens 84,24), Ol. Jecoris Aselli(höchstens 196,56) bestimmen. Zieht man von dieser Verseifungszahl diefrühere Säurezahl ab, so erfährt man die Kalimenge, die zur Zerlegungder in Form von Glycerin-Estern in dem Fette enthalten gewesenen Fett-säuren verbraucht worden ist. Man bezeichnet diese Zahl alsEsterzahl"oder wohl auch alsÄtherzahl". Dieselbe soll betragen bei BalsamumCopaivm; höchstens 8,42, bei Balsam, lolutanum (nach Angaben vonBeckurts) 5571, bei Gera alba u. flava 73,0 75,8.

I>as Verhältnis, in welchem diese Zahl und die ermittelte Säurezahlin der Verseifungszahl vertreten sind, giebt in den vielen Fällen, so z. B. beider Wachsprüfung, ein sehr wertvolles Beurteilungsmoment für etwa vor-liegende Verfälschungen mit anderen Fettsubstanzen ab. (Vergl. Cera alba.)

Jodometrie.

Unter diesem Ausdruck fasst man eine grosse Anzahl von Be-stimmungen zusammen, die entweder direkt oder indirekt auf der Ermitte-lung der Menge von freiem Jod beruhen, welche man vermittelst einer ab-gezogenen Menge des zu untersuchenden Körpers durch geeignete Be-handlung aus Kaliumjodid in Freiheit setzen kann oder die man in Formeiner Jodlösung von genau bekanntem Gehalt zur Oxydation oder Jodierungeines Körpers verbraucht.

Die massanalytischen Flüssigkeiten, die man hierzu braucht, sind:

1. eine Zehntel-Normal-J od lös ung , l/ t0 Atomgramm Jod pro /.also 0,012685 g pro com enthaltend; die bisherige Jodlösung enthielt,entsprechend den älteren Atomgewichten, 0,0127 g Jod in 1 com;

2. eine Zehntel-N ormal-Natriumthiosulf atlösung, die der Jod-lösung äquivalent eingestellt ist und dann pro / Vio Mol.-Gew. ing oder pro eem 0,024832 g kryst. Natriumthiosulfat enthält, denn:

2Na i S 2 0 3 4- 5H,0 + 2J = Na.S,O fi -f- 2 NaJ -f- 5 6,0.2 X 248,32" 2 X 126,85 "Als Indikator verwendet man entweder einfach einen dünnen, ausOblate stets frisch bereiteten Stärkekleister oder die in die Pharmakopoeaufgenommene Jodzinkstärkelösung Liquor Amyli e. /'Anco Jod. Diesehr scharfe Endreaktion ist entweder das Auftreten der blauen Jodstärke-färbung oder, wo es sich um die Ermittelung von ausgeschiedenem Jodhandelt, auch das Verschwinden derselben.

In der Wärme wird das blaue Jodstärke-Additionsprodukt zersetzt,woraus hervorgeht, daas jodometrisch nur Lösungen von gewöhnliche rTemperatur (1218°) bestimmt werden können.

Die genaue Einstellung der jodometrischen Flüssigkeiten kann aufGrund eines I 'rtiters gegen chemisch reines, durch wiederholte Kesublimationüber Kaliumiodid von anhaftendem Chlor und Brom befreites Jod geschehen,Welches man noch kurz vordem Abwiegen durch mehrstündiges Stehenlassenüber kouz. Schwefelsäure trocknen muss.

Angenommen, man habe sich die beiden Lösungen annähernd richtig,aber ebenso wie in den seitherigen Fällen absichtlich, um eine Kleinigkeitzu stark hergestellt, so wägt man sich auf der analytischen Wage etwa0,25 bis 0,8 g des trockenen reinen Jods in ein kleines Uhrglas, und fügt,nachdem man das Gewicht bis zur 4. Dezimalstelle genau notiert hat,etwa 12 (/ reines Kaliumjodid und einige CCM Wasser hinzu.

Sämtliches zu jodometrischen Arbeiten zu verwendendes JodkaliumKommentar z. D. Arzneib. Ed. IV. 2