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in der Kälte titriert worden ist, in welchem Falle bekanntlich durchein Molekül Salzsäure ein Molekül gleich zwei Äquivalenten Kalium-karbonat (Natriumkarbonat etc.) angezeigt werden. Der Index der Normal-snlzsäure ist im letzteren Falle also nicht 0,06915, sondern 0,1383.
Da die bei der Sättigung freiwerdende Kohlensäure den Farben-wechsel nicht gut erkennen lässt, so führt man die .Bestimmung des Ka-liumkarbonats, sowie aller anderen Karbonate am besten durch einen Rest-titer aus. Man bringt zu der abgewogenen Menge der Substanz einenÜberschuss von Normal-Säure, kocht die Kohlensäure hinaus und ermitteltdurch einen Resttiter mit Normal-Lauge, wieviel von der zugesetzten Säurenicht verbraucht worden ist. — Der Tifer der Salzsäure für Kalium-karbonat kommt bei der reinen und rohen Pottasche, bei Seifen-analysen etc. zur Anwendung.
8. Bestimmung des Natriumkarbonats. Ausführung und Be-rechnung wie bei Kalium carbonicum. Der Titer wird entweder auf daskrystallisierte oder auf wasserfreies Salz berechnet. Beide sind zweiwertigund haben die Mol.-Gew. 286,3 bez. 106,1, der Index der Normal-Salzsäurefür krystallisierte Soda ist daher 0,14315, der für das wasserfreie Natrium-karbonat 0,05305 g. — Aufgenommen für Natrium carbonicum und Natriumcarbonicum siecum.
9. Bestimmung des freien Ammoniaks. Ammoniak neutralisiertsich mit Salzsäure nach der Gleichung
NH, + HCl = NH 4 C117,03 36,46Der Index der Salzsäure für Ammmoniak beträgt daher 0,01703.— Aufgenommen bei der Prüfung des Liquor Ammon. caust.
10. Bestimmung des Lithiumkarbonats. LithiumkarbonatLi 2 C0 3 = 74,06 ist zweiwertig, verbraucht daher bei der Sättigung 2 MolSalzsäure. Der Index der Normal-Salzsäure für Lithiumkarbonat be-trägt daher 0,03703. - Vorgeschrieben für Lithium carbonicum.
Ein mit Alkalikarbonaten versetztes oder verunreinigtes Präparatwürde wegen des höheren Indexes der ersteren einen kleineren Säure-verbrauch ergeben. Hat man ein Gemisch von Natriumkarbonat undLithiumkarbonat vor sich, welches nur diese beiden Bestandteile enthält,so kann man aus dem Säuretiter auch hier nach der Seite 5 angegebenenRechnung das Verhältnis, in welchem die beiden Karbonate zugegen sind,berechnen.
Ausser diesen eigentliches aeidi- bei!, alkalimetrischen Bestimmungenbedient man sich der Sättigongsanalyse auch noch bei der Warenprüfungzur Ermittelung von Alkaloi'den, sowie bei der Prüfung der Fetteund Öle in Form der sog. „Verseif ungsz ah 1", „Säurezahl" und„Estersah 1".
Die verschiedenen Alkaloi'de besitzen ein verschieden hohes Mol.-Gew. und verbrauchen dementsprechend bei der Sättigung mit SäurenVerschiedene Mengen hiervon. Man macht hiervon Gebrauch und bestimmtden Gehalt der narkotischen Extrakte an giftigen Alkalolden, indem mandiese auf geeignete Weise (s. bei den betr. Extrakten) isoliert und ausder Alkalescenz durch Titrierung gegen 1 / I0 , in einzelnen Fällen auch^lOO Normal-Säure auf die Menge des Alkaloides schlieset. Die Indices dereinzelnen in Betracht kommenden AlkaloVde sind durch Versuche festgestelltund im nachstellenden Kommentar bei den einzelnen Prüfungen angeführt.Dass man eine •/,„ und ViotrNormalsäure durch Verdiinnen von 100 bez.10 cem Normal-Säure zum Fiter erhält, sei hier nur beiläufig erwähnt, eben-so, das« als Indikatoren Jodcosin und Hacmatoxylin Verwendung linden,Lackmus und Phenolphthalein gegen Alkaloi'de unempfindlich sind.